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St. Nikolaus

Nikolauskirche AußenansichtDie St. Nikolauskirche, eine Perle barocker Baukunst, steht über dem Markt Floß auf dem Nikolausberg mit Kreuz und Freialtar.

Sie wurde erbaut im Jahre 1723 und birgt viele Heilige, die das Volk sehr verehrt: St. Nikolaus, St. Johannes Nepomuk, die Pestheiligen St. Sebastian und St. Rochus, den Patron der Bauern, St. Wendelin, und vor allem auch das Gnadenbild im Hochaltar zur Gottesmutter von der immerwährenden Hilfe.

Die Kirche wurde in den Jahren 1980 bis 1981 außen und 1984 bis 1985 innen renoviert, sodass sie sich in einem schönen Kleid präsentiert und von vielen Brautpaaren gern auch zur Hochzeitskirche angenommen wird. In den Sommermonaten wird jeden Montag um 19:00 Uhr eine Hl. Messe gefeiert. Aber auch sonst lädt die stille Kirche zum Verweilen und Beten ein.

 

Geschichte der Nikolauskirche

Die Kirche St. Nikolaus in Floß ist Kleinod und Wahrzeichen des 3700 Einwohner zählenden und über 1050 Jahre alten Marktes Floß. Anmutig und prächtig steht sie auf dem 529 m hohen, von allen Seiten sichtbaren Nikolausberg, umgeben von Bäumen, die die Kirche wie einen großen Zaun einrahmen. Die "Nikolaskirche", wie sie vom Volksmund liebevoll genannt wird, ist eine Nebenkirche der Kath. Pfarrgemeinde St. Johannes ohne eigene Stiftung. Seit Jahrhunderten ist sie ein gern aufgesuchter Ort des Gebetes und der stillen Betrachtung, eine "Kirche der kleinen Leute" mit vielen Volksheiligen und Nothelfern, denen man seine Sorgen und Freuden anvertrauen möchte, eine echte Wallfahrtskirche für die Flosser Bevölkerung.

Wie sich die Kirche heute dem Besucher zeigt, ist sie ein Bau aus dem 18. Jahrhundert, wie eine Inschrift auf dem Hauptportal "1722" aufzeigt. Die Tradition besagt, dass schon n früher Zeit eine Keltensiedlung bestand. Im Mittelalter wurde dann auf dem Nikolausberg eine Kirche gebaut. Ausgangspunkt war wohl der Nikolauskult, der sich nach der übertragung der Gebeine des Hl. Nikolaus von Myra nach Bari in Süditalien durch die Kreuzfahrer in ganz Europa, vor allem in Süddeutschland im 12./13.Jahrhundert schnell ausbreitete. 1561 wurde diese Kirche abgetragen und mit den Steinen das neue Rathaus erbaut.

1719 beschließt der katholische Teil des Rates den Wiederaufbau der Kirche. Der von dem einheimischen Maurermeister Andreas Nißler entworfene Plan zu einer Rotunde kommt nicht zur Ausführung, weil die landesfürstlich genehmigte Kollekte ein ungenügendes Ergebnis brachte. So wird die Kirche 1722 in einfacherer Form aufgebaut und am 9. November 1723 benediziert.

Trotz Simultaneum in Floß war die Kirche nach Ausweis der Matrikel von 1723/24 ausschließlich den Katholiken vorbehalten. Mit päpstlicher Bulle vom 28. März 1738 wird der Kirche auf dem Nikolausberg am Fest des Hl. Nikolaus ein vollkommender Ablass und am Fest des Hl. Johannes Nepomuk (Nebenpatron) ein solcher von sieben Jahren und sieben Quadragenen verliehen.

Ende des 19. Jahrhunderts erweist sich die Kirche als zu klein, so dass man sich entschließt, das Kirchenschiff nach der Westseite hin zu verlängern. Man gewann dabei eine unverhältnismäßig tiefe Empore. Die St. Nikolauskirche ist eine einfache kleine Einraumkirche mit angesetztem Chor und zwischen Langhaus und Chor angebautem Turm. Das Langhaus schließt mit einer flachen Holzdecke ab. Der Chor im 3/8 Schluss ist gewölbt. Die Sakristei befindet sich im Erdgeschoß des Turmes. Der gesamte Bau ist sehr einfach gehalten und der Innenraum lediglich durch Pilaster und Mauervorlagen etwas gegliedert.

Die Kirche ist gebaut mit Satteldach in Ziegel, der Turm mit Pyramidendach ist in Blech gedeckt. Von der Größe her hat die Kirche eine Gesamtlänge von 20,3 m Länge die Turmhöhe beträgt 23,4 m.

Die Kirche wurde in den Jahren 1980/81 unter Pfarrer Richard Bartmann außen renoviert, wobei sie auch eine Turmuhr erhielt.

1984/85 wurde sie unter Pfarrer Josef Most durch die Fa. Baier-Orthgieß innen gründlich renoviert, wobei der alte, ursprüngliche Anstrich mit "Caput-mortuum-Bändern" wieder hergestellt wurde. Auch erhielt die Kirche zum erstenmal eine Orgel, ein Werk des Orgelbaumeisters August Hartmann aus Regensburg.

Pfarrer Josef Most (2001)

 

Ausstattung der Nikolauskirche

Nikolauskirche InnenansichtDie Ausstattung weist darauf hin, dass die Nikoaluskirche immer die Kirche der "kleinen Leute" war, besonders der Bauern, die in ihren Nöten Zuflucht suchten: bei der Gottesmutter Maria, beim heiligen Nikolaus, bei den Pestpatronen Sebastian und Rochus, beim heiligen Wendelin, nicht zuletzt bei der Heiligsten Dreifaltigkeit, wenn die Not am allergrößten war. Damals gab es keine Tierärzte und die Pest wütete noch im 17. Jh., auch in unserem Raum.

Der Hochaltar stammt aus dem 17. Jh. und ist eine Kompilation mit zwei Säulen im Gebälk.

Das neue hintere Gitter ist ein Werk des Schmiedemeisters Neidhardt aus Floß. Es wurde im Zuge der Innenrenovierung 1985 eingebaut.

Das Marienbild in der Mitte kann als Maria-Hilf-Bild angesehen werden, wie man es in vielen Wallfahrtskirchen findet (Passau, Schwandorf-Kreuzberg, Amberg-Mariahilfberg).

Das Chorbogenkreuz stammt aus dem 17. Jh. Es ist hoch aufgerichtet, um die große Bedeutung der Erlösungstat Christi am Kreuz vor Augen zu halten.

Das schönste Stück ist das Oberteil mit Akanthusschnitzereien, in der Mitte das Bild des Kirchenpatrons St. Nikolaus.

Die zwei Seitenfiguren zeigen links den Hl. Märtyrer Sebastian, rechts den Hl. Rochus, die Patrone der Pestkranken und Bauern. St. Rochus zeigt mit seiner rechten Hand auf die Pestbeule, die er sich bei der Pflege von Pestkranken auf dem St. Jakobspilgerweg zuzog. Er hat Pilgerhut und Pilgerstab, Pilgermuscheln und einen Pilgerhund.

Der Seitenaltar, um 1730 entstanden, birgt eine Statue des Hl. Johannes Nepomuk (1350 bis 1393) mit dem Kreuz als Zeichen des Bußsakramentes. Von den zwei Engeln zur Rechten und Linken zeigt der eine die Siegespalme des Märtyrers, der andere hält seine rechte Hand auf den Mund: Zeichen der Verschwiegenheit des Beichtvaters, die Johannes Nepomuk das Leben gekostet hat. König Wenzel hat ihn am 20.März 1393 gefangennehmen, foltern und in der Moldau ertränken lassen. In dem Akanthus-Schnitzwerk oben ist die Heiligste Dreifaltigkeit bildlich dargestellt.

Zur rechten Seite ist die Gottesmutter Maria als Unbefleckte Empfängnis zu sehen. Maria steht auf der Erde und tritt mit ihrem Fuß die Schlange. Damit ist sie die zweite Eva, die "der Schlange den Kopf zertreten wird", wie es schon im ersten Buch der Bibel heißt.

Die Kanzel wurde 1777 aufgestellt. Ein Bildhauer zu Beidl (wahrscheinlich Johann Linhardt nach dem Namenszug auf dem Holzträger der Kanzel) schnitzte sie, der Maler Franz Jachhörl zu Tirschenreuth besorgte die Fassung. Der obere Teil trägt einen Engel, der mit seiner Posaune zum Jüngsten Gericht ruft. 
Der untere Teil der Kanzel hat ein hübsches Rokokomuschelwerk mit einem Relief des Hl. Johannes Nepomuk. Ein Engelchen zeigt die Siegespalme des Märtyrers, ein anderes ein Schloss und weist damit auf die Verschwiegenheit des Beichtvaters hin. Zu sehen ist auch eine Zunge. Sie ist erwiesenermaßen bei der Exhumierung des Heiligen in Prag unverwest erhalten geblieben.

Im Kirchenschiff zur linken Seite hängt ein Gemälde, das den Patron der Bauern, den Hl. Wendelin, zeigt. Er war ein irischer Königssohn (Krone an seinem rechten Fuß), wurde dann Einsiedler in Wendel bei Köln, und verstand sich mit der Heilung von kranken Tieren. Man wollte ihn zum Bischof machen (oben im Bild ist eine Mitra mit Bischofsstab zu sehen), doch das lehnte er ab und blieb lieber Einsiedler. Als solcher hat den Bauern in der ganzen Umgebung helfen können.

Die Pieta ist ein Werk des Grötschenreuther Bildhauers Albert Panzer, entstanden im Jahre 1987.

Ganz hinten am Eingang ist das Gnadenbild von Tirschenreuth zu sehen, wie es in vielen Familien zur Verehrung zu Hause war. Maria ist als Pieta dargestellt, die nach der Kreuzabnahme ihren toten Sohn in den Armen hält.

Schön gearbeitetes Antipendium am Hochaltar mit den Insignien IHS und Maria.

Die Orgel ist ein Werk des Orgelbaumeisters August Hartmann, Regensburg, erbaut 1985. 
Die Orgel hat fünf Register und hat eine mechanische Traktur. Das selbstragende Gehäuse ist in Massivholzbauweise ausgeführt. Der Subbass wurde nachträglich eingebaut und steht hinter dem Gehäuse.

Eine Besonderheit sind die geteilten Schleifen. Man kann also die Register getrennt für den Bass und den Diskant ziehen. Damit wird eine Nachahmung zweimanualigen Orgelspiels möglich.

Der Patron der Kirche, der Hl. Nikolaus in der bekanntesten Darstellung mit Bischofsgewand und -Insignien, vor allem aber mit den drei goldenen Kugeln.

 

Glocken der Nikolauskirche

Die beiden alten Glocken trugen die Inschrift: 1. "Ich bin der St. Nikolauskirche in Floß übertragen. 1737 goß mich Christian Viktor Herold in Nürnberg". - 2. "Zur Ehre des Heiligen Nikolaus anno 1736 goß mich Christan Victor Herold in Nürnberg". Noch 1916 oblag die Läutepflicht der beiden Glocken der neben der Kirche gelegenen ehemaligen Klause (am Türsturz 1764). Im 2. Weltkrieg musste auch die St. Nikolauskirche ihre Glocken abliefern und erhielt 1949 zusammen mit der Pfarrkirche ein neues Geläute...

1. Glocke (ca. 4 1/2 Ztr.) "K. Hamm goß mich 1948" - "Fam. Mathias Lindner (Muttergottes)
2. Glocke (ca. 2 Ztr.) "K. Hamm Regensburg goß mich 1948" - "Hl. Josef, Patron der Sternenden, bitte für uns
3. Glocke (ca. 1 1/4Ztr.) "K. Hamm Ratisbonensis"

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Pfarrei St. Johannes Floß  -  Pfarrer-Jakob-Raß-Zentrum 2  -  92685 Floß  -  Email: info@pfarrei-floss.de