Weg frei für Sanierung der Nikolaus-Kirche

st nikolaus2Wie sehr die Gläubigen der katholischen Kirchengemeinde St. Johannes der Täufer an ihrem Kleinod, der St. Nikolauskirche, hängen, drücken sie Monat für Monat durch ihre reichen Spenden für die seit Jahren anstehende, notwendige Sanierung des Bergkirchleins aus. Pfarrer Max Früchtl ist voll des Lobes. In den monatlichen Pfarrbriefen sagt er für die von Herzen kommenden Spenden ein kräftiges „Vergelt’s Gott“.


Doch bei aller Spendenfreudigkeit, im Schnitt sind es monatlich nicht unter 1200 Euro, lässt sich immer wieder hören, dass es jetzt endlich an der Zeit wäre, die anstehenden Sanierungsarbeiten in Auftrag zu geben. Die vorhandenen und sichtbaren Schäden an dem kleinen Gotteshaus, sowohl im Innenbereich als auch an den Fassaden, werden bekanntlich durch ein immer längeres Hinausschieben nicht geringer, ganz im Gegenteil. Freilich: Nach all den vorliegenden Kostenvoranschlägen muss mindestens eine nahezu halbe Million Euro für den ersten Bauabschnitt aufgebracht und finanziert werden. Woher das Geld? Ohne Förderung und Zustimmung der Bischöflichen Finanzkammer in Regensburg läuft bekanntlich nichts. Das wissen die Verantwortlichen der Pfarrgemeinde. Pfarrer Früchtl hat einen festen, unumwundenen und auch unumstößlichen Grundsatz: „Bei solchen Projekten muss die Finanzierung stimmen und gesichert sein. Dazu gehört auch die Zustimmung aus Regensburg.“ Also: Der Pfarrer geht auf Nummer sicher. Eine Haltung, die auch für die Gläubigen der Pfarrei mehr als verständlich ist und akzeptiert wird.
Jetzt aber ist es soweit. „Es geschehen noch Zeichen und Wunder“, schreibt Pfarrer Max Früchtl im letzten Pfarrbrief und kündigt an, dass von der Stiftungsaufsicht der Diözese der Weg zur Sanierung des „alterwürdigen Heiligtums, die St. Nikolauskirche“ aufgetan wurde. Nun ist die Kirchenverwaltung am Zuge. Angegangen wird der erste Bauabschnitt, die sich im Wesentlichen auf die Erd- und Entfeuchtungsarbeiten, den Baumeisterarbeiten, den Zimmerer-, Dachdecker-, Spengler-, Putz- und Malerarbeiten beziehen. Berücksichtigt man die Baunebenkosten, dann wird es sich wohl um eine Investition von nahezu 500.000 Euro handeln. Ein gewaltiger Aufwand der bevorsteht. Es wird wohl bis Frühjahr 2020 dauern, um einen Baubeginn signalisieren zu können. Wie dem auch sei; Das Kleinod im Markt wird einer gründlichen Sanierung zugeführt und dafür ist jeder Cent gut angelegt.
Die Pfarrgemeinde feiert am Freitag, 6. Dezember den Festtag des Heiligen Nikolaus. Um 17.30 findet in der Nikolaus-Kirche Rosenkranz statt, anschließend um 18 Uhr Rorate-Gottesdienst.
Ein kurzer geschichtlicher Rückblick des Bergkirchleins sagt uns, dass sie am 9. November 1723 benediziert wurde und eine Nebenkirche der Katholischen Pfarrgemeinde ist. Früher befand sich auf dem Berg eine Keltensiedlung. Erst im Mittelalter baute die Gemeinde auf dem Nikolausberg eine Kirche. Grund dafür war der Nikolaus-Kult, der sich im 12. und 13. Jahrhundert vor allem in Süddeutschland ausgebreitet hat. Nachdem das Gebäude 1561 abgetragen worden war, mit den Steinen wurde das Rathaus in der Plößberger Straße (Podewilshaus) erbaut, beschloss der katholische Teil des Gemeinderates 1719 den Wiederaufbau des Gotteshauses. Die Baupläne aus dem Jahre 1722 stammen vom Flosser Maurermeister Andreas Nißler.
Die Kirche war ausschließlich den Katholiken – trotz des damals bestehenden Simultaneums in Floß – vorbehalten. Als Einraum-Kirche erwies sie sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts für die vielen Gläubigen bei Gottesdiensten als zu klein. Deshalb wurde beispielsweise das Kirchenschiff verlängert und der Kirchturm angebaut. Noch im 20. Jahrhundert ließen der inzwischen verstorbene Pfarrer Richard Bartmann und Pfarrer Josef Most (heute Pfarrer in Moosbach) die Kirche innen und außen renovieren. Das ansprechende Aussehen des Gotteshauses machte es zur beliebten Hochzeitskirche. Andachten und Gottesdienste sind wegen des schlechten Zustandes der Kirche weniger geworden. Und dennoch: Es vergeht kein Jahr, wo nicht in der Nikolaus-Kirche Gottesdienste und Andachten gefeiert werden.
Eine sichtbare Bereicherung erfuhr der St. Nikolausberg durch die Initiative des Katholischen Männervereins, der aus heimischen (Flossenbürger) Granit einen Kreuzweg mit 14 Stationen und eingebauten Bronzereliefs errichtete. Der große Gedenkstein trägt den Leitspruch: „So schwer das Kreuz, nur nicht verzagen. Ein Kreuz musst du mit Liebe tragen.“
Pfarrer Max Früchtl und die Mitglieder der Kirchenverwaltung sind zuversichtlich, dass im kommenden Jahr mit den Sanierungsarbeiten begonnen wird. Sie rufen die Gläubigen auf: „Beten wir um ein gutes und erfolgreiches Gelingen.“

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Text und Bild(er) von Fred Lehner

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