Vortrag von Karl Kraus beim Seniorenkreis

Was wäre der Katholische Seniorenkreis ohne seinen beiden Künstlerinnen Rita Kreiner und Anni Witzl. Einmal mehr zeigten sie Schauspielkunst vom Feinsten. Kein Auge blieb bei den Mitgliedern und Freunden des Seniorenkreis am Dienstag im Pfarrheim St. Josef trocken.

Ihre Sondereinlagen und Auftritte waren wieder heitere und angenehme Erlebnisse. Der Sketch „Im Zugabteil nach Weimar" konnte nicht besser vorgeführt werden. Die vielen humorvoll vorgetragenen „Anreize über's Essen" müssen nicht unbedingt nachgemacht werden. Dass in den Gemeinderatssitzungen in früherer Zeit anders als heute diskutiert und entschieden werde, führte Anni Witzl in ihrer unnachahmlichen Weise vor. Gerade diese Auftritte machen die monatlichen Zusammenkünfte der Senioren zu heiß begehrt. Natürlich legen die Mitglieder großen Wert auf eine angenehme Unterhaltung und sind aber auch überaus aufmerksam, wenn es um einen Fachvortrag geht. Und den konnten sie erleben.

 

Mit dem Seniorenbeauftragten des Marktes, Marktrat Karl Kraus kam erstmals ein Referent, der sich sehr eingehend mit dem demographischen Wandel und das Altwerden in unserer Zeit und im Markt beschäftigte. Der lebendig und erfrischende Vortrag, führte schließlich auch zu Diskussionsbeiträgen, die er gerne annahm.

Karl Kraus erläuterte zunächst seinen Aufgaben- und Zuständigkeitsbereich, der in den „vielseitigen Hilfsleistungen" wie in Kultur, Wohnungssuche, Betreutes Wohnungen, Heimaufenthalte, Nahversorgung, Anpassung an Rahmenbedingungen und vieles mehr liege. Im Markt könne eine hervorragende Betreuung älterer, behinderter und pflegebedürftiger Menschen festgestellt werden. Dazu meinte Kraus: „Wenn das Alter der Menschen steigt und gleichzeitig die Bevölkerung schrumpft, müssen sich Strukturen und Angebote, aber auch die Menschen ändern." Das bedeute, aufgeschlossener, lernbreiter und engagierter zu werden. Auf die Bevölkerungsentwicklung des Marktes eingehend hielt Kraus fest, dass der Markt Floß eine doch stabile Entwicklung aufzeigen könne. Waren es bei der ersten Statistik über die Bevölkerungsentwicklung am 1.12.1840 3403 Einwohner, so wurden im Jahre 2009 3519 statistisch erfasst. Den höchsten Bevölkerungsstand in Floß (Markt und Land) hatte die Kommune im Jahre 1950, als 4837 Einwohner gezählt wurden. Hier wirkte sich der Flüchtlingsstrom aus. Normalisiert habe sich der Bevölkerungsstand seit 1987. Die Zeiten von früher und heute wusste der Referent herauszustellen, wobei die Wanderbewegungen in unserer Gesellschaft heute an der Tagesordnung seien. Optimale Voraussetzungen in der Familie alt zu werden gründen sich auch auf eine gesicherte ärztliche- und zahnärztliche Versorgung, den Fachkräften in den anliegenden Städten und die Kliniken. Dabei fand der Flosser Marktrat die Zeit als es noch Krankenhäuser in Eschenbach, Neustadt und Vohenstrauß gab, als weitaus günstiger als heute. Stark sei das soziale Netzwerk im Markt mit den Verbänden, Gruppen und Vereine im gesellschaftlichen und kirchlichen Bereich. Wertvoll die vorhandenen Sozialstationen und das Seniorenwohn- und Pflegeheim „Am Reiserwinkel". Hier würde man sich eine Erweiterung wünschen. Dazu nahm der Vorsitzende des Verwaltungsbeirates des Heimes, Fred Lehner, sehr eingehend Stellung. Die Hoffnung auf eine notwendige Erweiterung um bis zu 16 Pflegeplätze werde nicht aufgegeben. Erfreulich sei, dass durch das rege Vereinsleben auch die ältere Generation mit eingebunden und wahrgenommen werde.

Marktrat Kraus kam auf die Wohnungs- und Häuserleerstände im Markt ebenso wie auf die Erhaltung der Mittelschule zu sprechen. Auch dazu gab es Diskussionsbeiträge. Nicht hinter dem Berg hielt Kraus mit seiner Forderung über die Notwendigkeit und Errichtung eines Mehrgenerationshauses, Beispiele gebe es genug. Als Träger könnten Kommune, Kirchen und Sozialverbände in Frage kommen. Auch das erfordere ein Umdenken. „Wir sollten gerne miteinander und nicht gegeneinander leben", war die Bitte des Seniorenbeauftragten, dessen Referat eine Reihe von Fragen und Feststellungen aufwarf. Wörtlich meinte die als Gast anwesende Leiterin des Klub 70 der evangelischen Kirchengemeinde, Renate Lindner: „Unser Floß muss noch lebenswerter, auch für ältere und behinderte Menschen gemacht werden „. Eine Zersiedelung der Landschaft sei ihrer Ansicht nach dazu nicht förderlich. Die Absenkung der Bürgersteige als eines der vielen Beispiele sollte noch viel aktiver, weil notwendig und wichtig, angegangen werden. Dass die Politik in vielen Bereichen helfend eingreifen müsse, weil die Kommune und die Gesellschaft nicht alles alleine schultern könne, forderte Fred Lehner auch im Hinblick auf den sozialen Wohnungsbau und die stärkere Förderung im Bereich der Althaussanierung und Instandsetzung. Dadurch könnte auch dieses Problem besser gelöst werden. Der kurzweilige Nachmittag hatte mit den Auftritten von Anni Witzl und Rita Kreiner seinen absoluten Höhepunkt erreicht. Schon heute freuen sich die Mitglieder auf die nächste Zusammenkunft.

Text und Bild(er) von Fred Lehner

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