Kirchweihfest

Dass die Flosser schon nahezu über 600 Jahre Kirchweih feiern und dies der vierte Sonntag im August ist, prägt den heute 1072-jährigen Markt und seine geschichts- und traditionsbewusste Bevölkerung. Allerdings hat das gesellschaftliche Event in den letzten knapp 40 Jahren ein Ausmaß genommen, das alle früheren Vorstellungen sprengte.
War es jahrelang die berühmt gewordene Chipsi-Halle, in der sich das ganze Spektakel von drei und seit langer Zeit von vier Tagen abspielte, so hat der neue Festplatz bei Oberndorf mit dem über 3000 Personen fassendem Festzelt einen besonderen Namen. Die weltlichen Feiern kannten jedenfalls während der Kirchweihzeit vom Freitag bis Montag keine Grenzen. Dazu gehörten auch der Kirchweihsonntag mit seinen Attraktionen, den Fieranten, Karussell, Schaukel, Schießbude, Frühschoppen, Standkonzert und schließlich der Auftritt mit Ehrensalut der „Flosser Landwehr“ unter Hauptmann Franz Schmidt im Marktzentrum. Die bestehende Corona-Pandemie machte in diesem Jahr alles zunichte. Keine einzige dieser weltlichen Veranstaltungen fand weder in einem Festzelt noch im Marktzentrum statt.


Eines aber bleibt ebenfalls festzuhalten: Schon immer war davon die Rede und wurde umgesetzt, dass es keine Kirchweih ohne einem kirchlichen Gottesdienst geben dürfe. Was das in diesem Jahr bedeutete wurde augenscheinlich. Die evangelische Kirchengemeinde feierte das Kirchweihfest am Sonntag um 9 Uhr in der Pfarrkirche St. Johannes Baptista mit Pfarrer Wilfried Römischer, während im katholischen Gotteshaus St. Johannes der Täufer Heimatpriester, Pater Leo Beck, das Festamt zelebrierte. Und auch das ist schon zur Tradition geworden, nachdem sich die Ortsgeistlichen, wie jetzt auch Pfarrer Max Früchtl, während dieser Zeit im wohlverdienten Urlaub befanden.
Waren es früher der Kirchenchor mit Leiter Hans Fröhlich, die unvergessenen, all zu früh verstorbenen Kirchenmusiker und Geiger Willibald Wirth sowie Reinhold Maß aus Neustadt, die neben der Flosser Familie Harald, Klara und Andreas Bäumler die musikalische Gestaltung in der Vorabendmesse und am Kirchweihsonntag übernahmen, so blieb es in diesem Jahr nur bei einem Gedenken an die beiden Verstorbenen. Das geschah durch musikalische Beiträge von Organistin Klara Bäumler. Wie hat sich doch die Zeit geändert.
Pater Leo hatte in seiner eindrucksvollen und vom tiefen Glauben beseelten Predigt an den Erbauer des im Jahre 1912 eingeweihten katholischen Gotteshauses, Bischöflichen Geistlichen Rat Jakob Raß, erinnert. In den Mittelpunkt seiner Predigt stellte er die vier „franziskanischen Heiligen“: Franziskus, Elisabeth, Antonius und Bruder Konrad. Die Statuen der Heiligen haben auf Weisung von Pfarrer Raß, er gehörte dem III. Orden an, ihren festen Platz. Die Gläubigen sangen eingangs unter Begleitung von Klara Bäumler (Orgel) „Ein Haus voll Glorie schauet“. Kommunionhelferin war Rita Rosner, die Fürbitten trug Stefan Kreiner vor. Allen Gläubigen und Kirchenbesuchern wünschte Pater Leo weiterhin Gottes reichen Segen und Gesundheit in dieser so schwierigen Zeit der Pandemie.

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Text und Bild(er) von Fred Lehner

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