Lichtbildvortrag über Schwester Ellen in Afrika

schwester ellen1Wahre Freundschaft soll nicht wanken. Sie wankt auch nicht, ganz im Gegenteil. Zwischen Rita Rosner, geborene Landgraf, und der seit über 40 Jahren in Südafrika tätigen Franziskanerin, Missionarin, Hausoberin und Ärztin, Schwester Ellen (mit bürgerlichem Namen Maria Lindner) ist dies der Fall.
Beide kennen sich von Kindheit an und halten ihre von Herzen kommende Freundschaft weiter aufrecht. Dazu gesellten sich der Ehemann von Rita Rosner, Josef und die in Floß wohnenden Eheleute Ingrid und Reinhold Bayer. Sie alle möchten das so herzliche Verhältnis mit Schwester Ellen nicht mehr missen und pflegen es weiter.


Im Sommer vergangenen Jahres war Schwester Ellen zuletzt in ihrer Flosser Geburts- und Heimatgemeinde zu Besuch in ihrem Elternhaus (Hausname Abraham) bei Bruder Anton. Schwester Elisabeth befindet sich im Seniorenwohn- und Pflegeheim „Am Reiserwinkel“, das Elterngrab im katholischen Friedhof. Besuche dürfen bei keinem Heimaturlaub fehlen. 2018 feierte sie in ihrer Flosser Heimatpfarrei St. Johannes der Täufer ihr 40-jähriges Professjubiläum.
Rita Rosner hatte ihr Versprechen, in jedem Fall Freundin Maria in Südafrika zu besuchen, gehalten. Im Frühjahr 2019 war es soweit. Die Eheleute Rita und Josef Rosner hatten sich ein Herz gefasst und unternahmen mit Ingrid und Reinhold Bayer eine Flugreise in die südafrikanische Provinz Kwazulu-Natal. Den Flossern war daran gelegen, den Tagesablauf von Schwester Ellen als Hausoberin und Ärztin zu erleben. Und das alles war überwältigend, erschütternd, eindrucksvoll und doch hoffnungsvoll.
Im Lichtbildervortrag der Eheleute Rosner und Bayer am Samstag im gut besetzten Pfarrheim St. Josef hatte sich ein illustrer und interessierter Kreis eingefunden. Erzählungen über Erlebnisse mit Schwester Ellen und deren unvorstellbaren Arbeits- und Tagesablauf waren beeindruckend. Ebenso das sehenswerte und bestechend schöne Bildmaterial.
Unter dem Wort: „Helft einander“ leisten die Mallersdorfer Schwestern in Südafrika echte Pionierarbeit. Am 2. Januar 1955 wurden die ersten vier Schwestern in einem feierlichen Aussendungsgottesdienst beauftragt, die Missionsarbeit zu beginnen. Die Schwestern waren nicht überall willkommen. Trotzdem: Sie übernahmen die Missionsarbeit und wurden seither als „Nardini Sisters“ genannt, anerkannt und geschätzt. Heute nach über 60 Jahren kann dankbar gesagt werden, dass Gott die Mühe gesegnet hat. Die Schwestern leisten Hilfe zur Selbsthilfe, Präventionsarbeit in der Sorge um die AIDS-Waisen und die AIDS-Kranken und in der Bildungs- und Erziehungsarbeit. Rund 1200 Familien erfahren jährlich Unterstützung mit dem Sizanami Qutreach Programm. Wenn bei einem Hausbesuch sich ein Kind seltsam verhält, versuchen wir herauszufinden, wo das Problem liegt. Eine große aber auch dankbare und helfende Arbeit, weiß Schwester Ellen zu berichten. Wir schauen auf die Hütten und Häuser. Wenn diese auseinanderfallen, nicht sicher sind, dann helfen wir. Einfallende Häuser sind eine Gefahr für die hohe Kriminalitätsrate, Diebe und Gewalttäter: In Nkandla im Zululand bauten die „Nardini Sisters“ das von Tutzinger Missionsbenediktinerinnen übernommene Krankenhaus aus. Zur Heranbildung einheimischer Pflegekräfte eröffneten die Schwestern eine Krankenschule.
„Die Liebe Christus drängt uns.“ Dieser Leitspruch lenkt unsere Arbeit, bekennt die Ärztin. Gemeinsam an einer gerechten Zukunft arbeiten ist das weitere Ziel. So hat sich im sozialen Bereich sehr viel getan. Es gibt nun Kindergeld und Renten. Die Arbeitslosigkeit liegt bei bis zu 90 Prozent. Auf dem Land gibt es kaum eine Verbesserung. Ähnlich bei den schulischen Möglichkeiten. Die Lehrer sind selbst oft schlecht ausgebildet. Korruption ist ein großes Thema. Die Schwestern haben viel mit Armut, Kinderpflege und Krankheit zu tun. Im Alltag ist es so, dass die Frauen die eigentlichen Starken sind. Sie leiten das Familienleben, kümmern sich um die Versorgung mit Essen, Kleidung und um die Erziehung der Kinder. Doch die Anschaffer sind traditionsgemäß die Männer. Schwester Ellen meint dazu, dass sich dies schwer verändern lässt. Nur die Großmütter haben eine besondere Stellung in der Familie. Es hat sich viel entwickelt, aber wir haben noch einen langen Weg vor uns. Noch immer geht die Schere zwischen Arm und Reich weit auseinander und der Egoismus in der Gesellschaft wird leider immer größer. Auf das Heimweh angesprochen sagt Schwester Ellen, dass dies manchmal der Fall ist, aber nicht sehr oft, zumal sie im Zuzuland jetzt schon sehr verwurzelt ist.
Ihre liebende Herzlichkeit drückt Schwester Ellen gegenüber den Ehepaaren Rosner und Bayer wieder einmal mit herzlichen Heimatgrüßen an alle Flosser aus. Sie ist dankbar, dass sie immer wieder von großen Spenden überrascht wird, die eine sinnvolle Verwendung finden.
Der Lichtbildervortrag endete mit einem rührenden Beifall. Der Einsatz der Mallersdorfer Schwestern mit Schwester Ellen in Südafrika ist geradezu unvorstellbar, so die Aussage der Besucher. Sie reagierten spontan und leisteten eine Gesamtspende von über 450 Euro. Schwester Ellen wird sie weiter dafür verwenden, dass Land und Leute in Südafrika mit Zuversicht in die Zukunft gehen können.

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Text und Bild(er) von Fred Lehner

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