Zwölfeläuten

ZwölfuhrläutenWas im Jubiläumsjahr 2012 der katholischen Kirchengemeinde St. Johannes der Täufer nicht mehr möglich war, holt der Bayerische Rundfunk in seinem Programm „Bayern 1" am Sonntag, 23. Juni nach: Das „Zwölfuhrläuten" vom Kirchturm der Pfarrkirche.

An diesem Tag wird im „Pfarrer-Raß-Zentrum" das Pfarrfest gefeiert, das mit dem Familiengottesdienst um 9 Uhr beginnt. Ein besonderer Höhepunkt wird der Auftritt der Kinder der Kindertagesstätte St. Johannes Maria Vianney um 14 Uhr sein, wenn die Mädchen und Buben mit dem Singspiel „Eine singende und tanzende Reise übers Meer" aufwarten.

 

Die Beschreibung und Begründung des Bayerischen Rundfunks für die Sendung des „Zwölfuhrläuten aus Floß in der Oberpfalz" im Magazin Nr. 13 wollen wir wegen ihrer geschichtlichen Bedeutung unseren Lesern nicht vorenthalten. Immerhin ein Stück Heimatgeschichte, auf die der 1065-jährigen Markt stolz sein kann.

Dort heißt es: „Floß gilt als eine der ältesten oberpfälzischen Gemeinden – hier besiegte 948 der bayerische Herzog Heinrich die Ungarn. Der Name „Floß" leitet sich vom slawischen „Vlitsche" ab, was Platz oder Hohlweg bedeutet. Die 3600-Einwohner-Gemeinde wirbt heute mit dem Slogan „Tor zum Oberpfälzer Wald". Ein besonders schöner Blick über die malerische Hügellandschaft bietet sich von der katholischen Kirche „Johannes, der Täufer". Mit ihrer Weihe 1912 endete nach über 250 Jahren auch das sogenannte „Simultaneum". Seit Mitte des 17. Jahrhunderts hatten in Floß – ähnlich wie übrigens auch in anderen Oberpfälzer Orten – Katholiken und Protestanten die alte, ebenfalls Johannes dem Täufer geweihte, spätgotische Kirche im Ortskern gemeinsam genutzt. Als mit der neuen Porzellanfabrik im Ortsteil Plankenhammer seit Ende des 19. Jahrhunderts immer mehr Katholiken nach Floß kamen, strebte der katholische Pfarrer Jakob Raß ein eigenes Gotteshaus an. Und der rührige Kirchenmann kaufte am Ortsrand gleich so reichlich Grund, dass auch Platz war für Friedhof, Kindergarten, Krankenstation, Armen-Unterkünfte und eine Kegelbahn.

Die Ausstattung des hellen, dreischiffigen Baus stammt zum Teil aus anderen Gotteshäusern – wie der Rokoko-Hochaltar aus Pfreimd oder der fast 300 Jahre alte kunstvoll geschnitzte Seitenaltar aus der alten Johanniskirche.

Dagegen entstanden die ausdrucksstarken Deckenfresken mit Szenen aus dem Leben des Kirchenpatrons erst vor wenigen Jahren.

Die vier Glocken, die nach dem Krieg 1939/1945 neu gegossen werden mussten, klingen weit über den Oberpfälzer Wald und so auch über den Bockl-Radweg – den mit 52 Kilometern längsten Bahntrassenweg Bayerns. Damit liegt Floß direkt am europäischen Radweg Paris –Prag."

Text und Bild(er) von Fred Lehner

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