Der Kindergarten auf Expedition im Wald

Es war mehr als nur ein kleines Abenteuer. Es waren Tage unauslöschlicher Freude und Erlebens. Der Wald zeigte sich als Lebens- und Erfahrungsraum für die Kinder der katholischen Kindertagesstätte St. Johannes M. Vianney von seiner ganzen Schönheit und Fülle mit vielen Geheimnissen.

Der Spruch von Hermann Löns „Lass deine Augen offen sein, geschlossen deinen Mund und wandle still, so werden dir geheime Dinge kund" begleitete alle vier Tage den Waldaufenthalt. Es gab viel Zeit für freies, kreatives Spielen, doch auch gezielte Angebote wurden mit erstaunlichem Interesse wahrgenommen. Den Kindern breitete sich ein ungewohnter Spielplatz mit einer anderen, aber sehr liebgewonnenen Umgebung aus. Dazu spielte auch noch das Wetter mit.

„Die Kinder sollen sensibel für die wunderbare Natur werden", meinte Erzieherin Christina Schaller, die mit Roswitha Bergmann und Sabrina Riebl eine kräftige Unterstützung erfuhr. Selbst die frühere Erzieherin Theresia Stadlbauer hatte es sich nicht nehmen lassen, aushilfsweise mit dabei zu sein.

Kindern biete heute der Alltag wenig Möglichkeit zum Spielen, Forschen und Entdecken in der Natur, so die Erzieherinnen. Schon die Fahrt in den Wald vom Kindergarten in die Nähe des Rumpelbachs zum Flossenbürger Staatswald war voller Spannung. Die Abenteuerlust machte so manches der elf Vorschulkinder sogar etwas nervös. Das Gemeinschaftserlebnis kannte keine Grenzen und prägte sich aus. Dass der Wald kostbar ist und einen besonderen Lebensraum nicht nur für Tiere darstellt, das wurde den Kindern von Tag zu Tag immer mehr bewusst. Sie wurden angeleitet zum Fühlen einer Baumrinde, zum Gespür für das weiche das Moos, zum Hören der Vögel, zum Vernehmen des Bachplätscherns und zum Lauschen des Windes. Was die Tierspuren bedeuten, was es mit den Wühlspuren auf sich hat, wo die Tannenzapfen herkommen, all das erlebten die kleinen Waldbesucher. Und dann wurde den Kindern gezeigt, wo der Rumpelbach entspringt und in welchem Fluss er einmünden wird.

Die Verhaltensweise im Wald und mögliche Gefahren spielten während der Aufenthaltszeit eine wesentliche Rolle. Absolutes Highlight war der Besuch von Forstoberinspektor Sebastian Höllerer, dem zuständigen Betreuungsbeamten, auch für den Flosser Gemeinde- und Privatwald. Durch seine sympathische Art eroberte er sich sehr schnell der Herzen der Kinder. Sie zeigten einen großen Käfer, den sie im Wald entdeckt haben und in ein Glas steckten. Von Förster Sebastian wollten sie erfahren, um welchen Käfer es sich handelt. Sehr schnell löste er das Rätsel. Der Forstmann wusste, dass es sich um einen „ Holzkäfer „ handelt. Er wurde gleich wieder der Natur freigegeben. Was Förster Sebastian im Wald alles mache, wollten die wissbegierigen Kinder wissen. Und das ist nicht wenig, erfuhren sie. Wie man Waldtiere kennen lernt, zeigte Förster Sebastian in einem heiteren und spannenden Spiel. Jedem Kind wurde ein Bild eines Waldtieres, ob Haselmaus, Eichhörnchen, Käfer, Reh, Dachs oder Fuchs auf den Rücken geheftet. Durch Fragen sollte es erraten, um welches Tier es sich handelt. Erstaunlich das Wissen der Kinder, die ihre Aufgaben bravourös lösten. Ein weiterer Höhepunkt: Förster Sebastian brachte in einem großen Korb ein mächtiges Hirschgeweih, einen Grünspecht und einen Frischling, Zähne von Waldschweinen, Äste und Sträucher aller Art, die es galt zu erraten gab, mit. Die Begeisterung nahm bei den Kindern kein Ende. Kreativität und Spielen in und mit der Natur waren geradezu vollendet. Selbst den Erzieherinnen machte es nicht nur Spaß, sie hatten mit den Kindern eine unvergessliche Freude an den vier Spieltagen intensiver Naturerlebnisse.

Text und Bild(er) von Fred Lehner und von Eltern der Kindergartenkinder

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