Passionsspiel "Das Leben des Johannes des Täufers"

Das, was die Zuhörer in den beiden Aufführungen des Passionsspiels von Martin Bernard „Johannes der Täufer" in der Jubiläumskirche St. Johannes am Samstag und Sonntag erleben durften, war ein „Jahrhundertwerk". Das drückte auch der lang anhaltende, stürmische Beifall und die stehenden Ovationen als Zeichen der Dankbarkeit für knapp zweieinhalb Stunden kurzweilige Aufführungszeit aus.

Spielleiterin und Regisseurin Anni Witzl hat sich zweifellos mit diesem Passionsspiel ein Lebenswerk geschaffen. Sie hat nicht nur alles gegeben, sondern war Initiatorin für die Aufführung dieses einmalige Schauspiel im Jubiläumsjahr, das noch lange bei den Zuhörern nachwirken wird. So kommt es auch nicht von ungefähr, wenn heute schon darüber nachgedacht wird, dieses Passionsspiel alle fünf oder zehn Jahren zu wiederholen. Die kommende Generation soll davon erfahren, wie großartig und einmalig der Kirchenpatron Johannes der Täufer in seinem Leben wirkte. Im Lied des Passionsspiels kam dies deutlich zum Ausdruck: „Seine Worte sind hart und sehr offen. Viele von euch sind davon betroffen. Die Wahrheit ist schwer zu ertragen. Was bleibt sind oft sehr viele Fragen. Kehrt um, besinnt euch und glaubt, bevor ihr der Sinne werdet beraubt. Kehrt um, besinnt euch und glaubt."

Ohne die schauspielerische Leistung eines der 42 Laienspieler zu schmälern, sie alle erfüllten ihren Rollen großartig, bleibt festzuhalten, dass Manuela Schulz als Johannes der Täufer in einer Paraderolle steckte, sie meisterte und schauspielerisch vollendet erfüllte. Er kam seinem Auftrag, zu taufen nicht nur nach, sondern kämpfte darum leidenschaftlich. Ähnlich bei Johannes Seiz, der Johannes als Kind darstellte. Robert Lindner als König Herodes brillierte mit seiner Schauspielkunst und hatte mit seinem Berater Raul, dargestellt von Hans Braun einen meisterhaften Mitspieler. Christoph Brunner faszinierte mit seiner Gestalt und Schauspielkunst als Jesus. Dazu die tänzerische, graziöse und anmutige Schönheit, dargestellt von Andrea Gollwitzer.

Ein prächtiges, farblich gut abgestimmtes Bühnenbild, das ganz den Erfordernissen des Schauspiels entsprach und durch Künstlerhand von Hobbymaler Lothar Wirth geschaffen wurde. Mit Josef Plödt war ein Könner in der Technik am Werk, der mit seinen Lichtspielen während des ganzen Spiels zu begeistern wusste. Die musikalische Leitung lag in den bewährten Händen von Marion Elling (Keyboard und Querflöte). Sie war für die musikalische Leitung verantwortlich. Das Passionsspiel hatte damit eine Aufwertung erfahren, die unter die Haut ging. Kräftige Fortis und feine Pianos an den Instrumenten gingen auf die acht Gesangssolisten über, die mit ihren Stimmen zu beeindrucken wussten. Dazu die ergreifenden Chöre des Volkes und der Soldaten. Ein musikalisches und gesangliches Gesamtwerk höchsten Grades. Von Anfang an dabei und mit großer Aufopferung tätig, die beiden Soufleusen Hannelore Watzl und Silvia Schnappauf, die für eine fehlerlose Darstellung aller 42 Laienspieler garantierten.

Glanzvoll das Auftreten der Kinder im ersten Akt mit den verschiedenen Szenen. Sie spielten sich in ihre Rollen hinein und verdienten sich eine innere Dankbarkeit der Zuhörer.

Wenn schon von einmaligen Schauspielern die Rede ist, dann ist neben dem ansprechenden Bühnenbild auch die Idee des Bühnenaufbaues mit Anhebung des Altarraumes herauszustellen. Und schließlich ein weiteres Highlight: die Kostüme und Gewänder aller Mitwirkenden. Jedes einzelne Gewand hatte seinen bestimmten Ausdruck. Das fing bei den Kindern an und hörte bei den großen Rollen mit den Hauptdarstellern auf. Selbst Nebenrollen, so bei der Darstellung des Volks, der Palastwache und den Soldaten wurde meisterhaft mit viel Kreativität, Geschick und Geschmack in der Farbenpracht gearbeitet. Das allein war schon einem Besuch des Passionsspiels wert.

Wenn Pfarrer Norbert Große und die Sprecherin des Pfarrgemeinderates, Hermi Brauner, schon zu Beginn der Aufführung von einem „unvergesslichen Höhepunkt im Jubiläumsjahr" sprachen, dann sollten sie nicht nur Recht behalten, das alles und noch mehr traf ein. Das Vergelt's Gott galt, stellvertretend für alle Mitwirkenden, gleich in welcher Position, Spielleiterin Anni Witzl, die mit einem Blumenarrangement beglückwünscht wurde.

So wie zu Beginn das Bühnenbild hell aufleuchte und einen ersten, gewaltigen Eindruck hinterließ, so endete das Passionsspiel bei eintretender Dunkelheit mit den Worten von Johannes: „So viele Menschen wollte ich noch kennenlernen. Mich mit ihnen streiten. Sie ermahnen. Zur Umkehr bewegen. Doch der Mensch denkt und Gott dort oben lenkt. Es ist immer zu früh zu gehen. Doch wenn es dein Wille ist. Im Angesicht des Todes weiß ich nun, Jesus ist der Messias und er wird allen den rechten Weg weisen. Die ist ein Trost für mich. Wir wollen gehen. Es wird Zeit, dass ich meinem Schöpfer entgegentrete." Der tiefe Eindruck über ein einzigartiges Erlebnis von Schauspielkunst in der Pfarrkirche rührte viele Zuhörer zu Tränen.

Text und Bild(er) von Fred Lehner

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