Geistliche Musik

Es war eine glänzende Idee, zum Abschluss des Jubiläumsjahres, der Liederkranz 1862 feierte sein 150-jähriges Gründungsfest, mit den Chören der Sängergruppe Floß in die katholische Pfarrkirche St. Johannes der Täufer zu gehen. Auch sie steht mit ihrem 100. Weihetag im Jubiläumsjahr.

Ein großartiges Festival des Chorgesangs, das die über 150 Musik und Gesang liebenden Zuhörer erleben durften. Die Chöre der Sängergruppe, teils in Chorgemeinschaften auftretend, boten große Gesangskultur, die in der hervorragenden Akustik der Pfarrkirche zur vollen Wirkung kam. Ein geistliches Chorkonzert, das man von weltlichen Chören in diesem Gotteshaus bisher noch nie hörte. Eine Stunde der Erbauung. Umso dankbarer waren auch die Zuhörer, die sich zu recht mit ihrem stürmischen Beifall bis nach dem Schluss- und Dankeswort durch 1. Vorsitzenden Alfons Lehner zurückhielten. Auch das machte die 90 Minuten der Vortragszeit so wertvoll.

 

Mit viel Gespür wurde das abendliche Programm zusammen gestellt. Da passten vor allem Eröffnung und Schluss mit Orgel und Violine von Hans Fröhlich und Willibald Wirth, deren „Canon in D" von Johannes Pachelbel zur Eröffnung und der „Festliche Marsch in G" von Anonymus zum Abschluss des Konzerts ein Ohrenschmaus war. Zwei Musiker, die man gerne hört.

Als „Freunde des Chorgesangs" sprach Pfarrer Norbert Große die über 200 Zuhörer, dazu über 150 Sängerinnen und Sänger, bei seiner Begrüßung an. Unter den Zuhörern befanden sich Bürgermeister Günter Stich, Bürgermeister a. D. Fred Lehner, der 1. Vorsitzende der Sängergruppe Floß, Josef Barth und Herbert Kick, Ehrenvorsitzender des Sängerkreises. „Wer singt, der betet doppelt", zitierte Pfarrer Große ein Wort des Heiligen Augustinus und fügte hinzu, was Musik und Gesang zum Ausdruck bringen, sei in Worte nicht zu fassen.

Mit der Chorgemeinschaft Liederkranz Floß – Gemischter Chor Waldthurn unter Leitung von Josef Müllner stellte sich ein Klangkörper vor, der mit den beiden Liedvorträgen „Ave Maria" von Ottmar Kist und „Bin ich einsam und allein" nach einem Satz von Manfred Bühler zu beeindrucken wusste. Hier spürte man den Wert der gemeinsamen Chorproben durch einen insgesamt harmonischen und in allen Stimmen bestens besetzten Vortrag. Ein Jubiläumschor mit herausragender Qualität. Mit der Chorgemeinschaft Gesangverein Plößberg – Schönkirch – Wondreb stellten sich die 24 Sänger erstmals in Floß vor. Chorleiter Rainer Weiß glänzte mit dem Männerchor und dem Festprolog „Singet zum Preise" von Josef Toni Dillenkofer, sowie „Unser tägliches Brot" von Rupert Pappert. Pianos und Fortis bereicherten den Gesangsvortrag der Chorgemeinschaft.

Dass die Männergesangsvereine innerhalb der Sängergruppe eine Zukunft haben zeigte die Chorgemeinschaft der Männergesangvereine Kaimling- Leuchtenberg – Georgenberg. Hier gibt es kein Kirchturmdenken, vielmehr vereinen Lied und Gesang. Die 38 Sänger boten mit dem „Sanctus" von Manfred Gartner, „Zeit ist ein Geschenk, Zeit ist Ewigkeit" und dem „Dona Pacem Domine" ein harmonisches Ganzes in ihren Vorträgen. Erfreulich, dass sich viele junge Sänger in die Reihen mit einschließen.

Ein gewohnt sicheres Auftreten gehört seit Jahrzehnten zum Männergesangverein Flossenbürg, der als einer der wenigen Einzelchöre noch auftritt. Chorleiter Herbert Kraus hat seine Sängergemeinschaft fest in der Hand und formt sie zu einem Klangkörper, den man sehr gerne zuhört. Das zeigte sich bei den Liedvorträgen „Von guten Mächten" von Siegfried Fietz – Eckart Herer, Schäfers Sonntagslied „Das ist der Tag" von Konradin Kreutzer und „Wir treten zum Beten" von Adriamus Valerus – K. Lißmann.

Mit der Chorgemeinschaft Vohenstrauß – Waidhaus hörte man erstmals einen Chor, der sich von einem leidenschaftlichen Leiter mit Hans-Josef Völkl auf der Orgel begleiten ließ. Mit den Liedvorträgen „Veni Jesu" von Luigi Cherubini, „Laudate Dominum" von Kaspar Ett und „Dank sei Gott dem Herren" fühlten sich die Zuhörer wie in einem Festgottesdienst. Gerade hier ist die geistliche Musik durchgedrungen.

Einmal mehr durften die Zuhörer einen Männerchor hören, der zum festen Stamm der Sängergruppe Floß gehört; Der Männergesangverein Pleystein mit seinem Leiter Alexander Völkl. Gewaltig die geschulten Stimmen, die mit ihren drei Vorträgen „Festgesang, Musik, du heilige Kunst" von Christoph Willibald Gluck, „Festgesang: Füllt mit Schalle" von Christian Siegler und „Sonntag ist's" von Simon einen Glanzpunkt im Konzert setzte.

Als krönenden Abschluss trat der Jubelchor, die Chorgemeinschaft Liederkranz 1862 Floß und Gemischter Chor Waldthurn unter Leitung von Josef Müllner nochmals auf. Geistliche Musik war mit den Vorträgen „Ich bete an die Macht der Liebe" von Manfred Bühler und „Herr deine Güte reicht soweit" von Otto Fischer zu hören. Als Vorsitzender Alfons Lehner in seinem Schluss-und Dankeswort davon sprach, dass auch die Sängerinnen und Sänger die Güte des Herrn verspüren durften, brauste lang anhaltender Beifall auf. Die Vorträge seien der Lohn fleißiger Probenarbeit und die Liebe zum Gesang. Pfarrer Große dankte er für die Bereitstellung der Pfarrkirche, allen Chören und deren Leitern, sowie allen Vorständen der Vereine für ihre Unterstützung.

 

Patenschaft verbindet, hält zusammen und drückt zugleich Freundschaft aus. Das ist zwischen dem Liederkranz 1862 Floß und dem Gesangverein 1862 Plößberg seit über 150 Jahre der Fall. Schon an den beiden Jubiläumstagen im Mai dieses Jahres, wo der Liederkranz 1862 aus Anlass seines 150-jährigen Gründungsfestes einen Fest- und Ehrenabend veranstaltete, war der Patenverein aus Plößberg tags darauf nach Floß gekommen und hatte mit Liedvorträgen in der Marktplatzanlage aufgewartet. Das Freundschaftsband erneuerte Vorsitzender Karl Höltl beim geistlichen Konzert am Sonntag in der Pfarrkirche St. Johannes der Täufer. „Wir fühlen uns wie Zwillinge", meinte Höltl, der von einer guten Harmonie unter beiden Gesangsvereinen sprach. Ihm sei um die Zukunft des deutschen Liedes nicht bange. Ein Fahnenband, das Höltl (links) Vorsitzenden Alfons Lehner vom Liederkranz l862 (rechts) überreichte, war das äußere Zeichen der Verbundenheit und des Glückwunsches. Anschließend glänzte die Chorgemeinschaft Plößberg-Schönkirch-Wondreb mit drei Liedvorträgen.

Text und Bild(er) von Fred Lehner

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