Festlicher Empfang des Bischofs von Regensburg im Pfarrheim St. Josef

Der Festempfang von Diözesanbischof Dr. Gerhard Müller aus Anlass des 100. Weihetages der Pfarrkirche St. Johannes der Täufer wurde zu einer historischen Stunde, die in der Kirchengeschichte einen besonderen Platz einnehmen wird. Einmal war es der Eintrag des Regensburger Oberhirten in das Goldene Buch des Marktes, zum anderen das Grußwort von Pfarrerin Lisa Weniger für die evangelischen Kirchengemeinde St. Johannes Baptista.

Glanzvolle Musik boten Michael Fröhlich (Klavier) und Willibald Wirth (Violine) zu Beginn der festlichen und freudigen Stunde, zu der sich neben den Ehrengästen, darunter stellvertretender Landrat Andreas Meier, Bürgermeister Günter Stich, Bürgermeister a. D. Fred Lehner, die Heimatpriester Pater Leo und Stadtpfarrer Wolfgang Gebert, Pfarrer Josef Most und Pfarrerin Lisa Weniger mit Kirchenvertretern, auch viele Gläubige ein Stelldichein gaben. Sie alle hatte Hermi Brauner, Sprecherin des Pfarrgemeinderates in ihr Grußwort eingeschlossen. Sie sprach von einem großartigen Erlebnis und einer würdig und feierlich gestalteten Festmesse, die nachwirken und die Herzen fröhlicher machen werde.

Kirchenpfleger Anton Eismann war es vorbehalten, alle kirchlichen Vereine, Verbände und Gruppen ein Wort des Grußes zu entbieten. Auch er sprach von einem frohen Fest- und Freudentag für Kirche und Gemeinde.

Die Grüße von Landrat Simon Wittmann überbrachte dessen Stellvertreter Andreas Meier. Gänsehaut übermannte ihn angesichts großartiger liturgischer und musikalischer Gestaltung des Pontifikalamtes. Zu Bischof Müller gerichtet meinte der Landratsstellvertreter: „Nicht schöner könne es im Regensburger Dom gewesen sein." Die Rücksicht auf das christliche Wort präge die lebendige Kirchengemeinde. Dieser Geist möge auch in den kommenden 100 Jahren andauern.

Das Wort „Gemeinsamkeit" stellte Bürgermeister Günter Stich in seinem Grußwort für die Kommune heraus. Gemeinsam beten Christen in den Gotteshäusern des Marktes, suchen Andacht im Gebet, Schutz und Trost im Glauben. Auch der Markt fühle sich durch den Besuch des Regensburger Oberhirten geehrt, den er um den Eintrag ins Goldene Buch des Marktes bat. Bischof Gerhard Ludwig tat dies sehr gerne und verewigte sich in den Annalen des Marktes mit den Worten: „Gottes Gnade und Segen allen Menschen, die hier leben und den Christen, die am Aufbau des Reiches Gottes mitwirken, vor allem: Seid kinderfreundlich. Gerhard Ludwig Bischof von Regensburg."

Pfarrerin Lisa Weniger wagte einen Blick zurück auf das bis 1912 bestehende 260—jährige Simultaneum, wo unsere Vorfahren unter einem Dach ihren Glauben lebten.

Seither seien 100 Jahre vergangen, für uns Menschen eine lange Zeit, bei Gott ist das nicht einmal ein Tag. Das Wunderbare sei, dass sich beide Geschwister wieder begegnen und aufeinander zugehen. Das kam in kleinen Schritten, vorsichtig, tastend. Das als Präsent mitgebrachte Foto zeigte die beiden Kirchentürme, deren Kirchturmspitzen mit einem dünnen Seil festgemacht waren. Kleine Schritte, die fast angekommen seien und sich die Hände reichen. Das Bild zeige auch, dass wir uns längst unten begegnen auf Straßen, Plätzen von Floß, in der Schule, in den Geschäften und bei Festen. Das Seil ist dicker geworden. Wir begegnen uns dort, wo Gott seinen Sohn hinein sandte in das Leben der Menschen, unten auf der Erde, in die Dörfer und Häuser, Straßen und Plätze, wo wir miteinander Gottes Wort hören, beten und singen, nicht mehr jedes für sich, sondern miteinander im ökumenischen Bibelkreis, bei Schulgottesdiensten, beim Weltgebetstag der Frauen und dem Ökumenischen Jugendrotkreuz, bei Jubiläen und Festen. Immer wieder begegnen wir uns neu, gehen aufeinander zu und sind der Liebe voll, die Gott uns schenkt. Den katholischen und evangelischen Christen wünschte Pfarrerin Lisa Weniger, dass sie sich weiter bewegen lassen von Gottes heiligem Geist als Geschwister im Hören auf das Wort und den Willen unseren gemeinsamen Vaters.

Dieses Grußwort bewegte auch Bischof Gerhard Ludwig, der den Blick nach vorn richtete und meinte, dass wir uns zukunftsoffen, kinderfreundlich und ökumenisch verhalten sollen im Glauben, der Hoffnung und der Liebe. Die Einheit der Christen und Zukunftsorientierung dürfe nicht mit der Brechstange erzwungen werden. Angenehme musikalische Töne von Willibald Wirth und Michael Fröhlich ließ den feierlichen Festempfang ausklingen.

Text und Bild(er) von Fred Lehner

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