Josefifeier des Kath. Männervereins

Noch lange wird die Josefifeier des Katholischen Männervereins in der Pfarrkirche und anschließend im Pfarrheim St. Josef bei den Gläubigen und Besuchern nachwirken. Zwei Höhepunkte, die es früher in dieser Form nicht gab.

Die Vereinsfahne des Männervereins, unmittelbar neben dem Ambo aufgestellt, schmückte den Altarraum. Festliche und feierliche Musik gab es durch Konrektor Hans Fröhlich (Orgel) und Willibald Wirth (Violine), während Pater Marek vom Kloster St. Felix aus Neustadt den auf Lehrgang befindlichen Pfarrer Norbert Große als Zelebranten vertrat.

Die Festmesse begann mit dem „Marsch" von H. Thant und dem Lied der Gläubigen „Sankt Josef Sproß aus Davids Stamm, gerecht und fromm im Leben". Pater Marek hatte in seiner Begrüßung herausgestellt, dass am Josefitag das Fasten unterbrochen und der Vater der Arbeiter und Handwerker als wahrer Fürsprecher gefeiert werden könne. Der heilige Josef blieb dem Ruf Gottes treu. Er tat einfach das, was ihn der Engel des Herrn befohlen habe.

Von Hans Fröhlich und Willibald Wirth war während der Festmesse auch Volksmusik aus der Oberpfalz, Menuette des Franz Xaver Thomas Pokorny (1720-1794) zu hören.

Gut besetzt war der Pfarrsaal als zweiter Vorsitzender Peter Pierepioka allen Gästen und Besuchern, darunter Bürgermeister Günter Stich, Ehrenmitglieder Fred Lehner und Anton Eismann und Hans Landgraf, der an diesem Tag seinen 75. Geburtstag feierte, ein herzliches Willkommen zurief. Der Vorsitzende versäumte nicht, gleich eingangs allen freiwilligen Helfern mit Loni Weig als Stammwirtin Dank zu sagen. Nur so sei es möglich, derartige Veranstaltungen in eigener Regie zu halten. Käsebrezen und Knackwürste mit Kraut fanden reißenden Absatz. Serviert wurde auch Zoiglbier. Ein Erlös werde dem neuen Kreuzweg und der Renovierung der St. Nikolauskirche zugeführt. Derweil spielte das Duo „da Anderl und da Mana" kräftig auf, wobei Volks- und Stimmungslieder den Abend richtig verschönerten.

Schon ein wenig Spannung kehrte ein, als Peter Pierepioka erstmals bei einer Josefifeier einen Fastenprediger ankündigte. Er stellte sich in der Person von dritten Vorsitzenden Helmut Weig vor. Sein Thema stellte er unter das Wort „Heimat". Ein Wort wie ein stilles Lied, das über Berge und Täler zieht – und immer dein Herz noch findet. Was ihn auszeichnete war seine Predigt, die nicht unter die Gürtellinie ging, auch keine Leviten hatte er gelesen, vielmehr waren es nachdenkliche und spürbar aus dem Herzen kommende tiefgründige Texte, die der gläubige Christ in Verse fasste. Gratulation zum Geburtstag gab es für Ehrenmitglied Fred Lehner mit Dank für sein Schaffen und Werken. Einen Geburtstagsgruß entbot er Pfarrer Norbert Große, der seinen 51. Geburtstag feierte und an Hans Landgraf, der es sich nicht nehmen ließ, auch an seinem 75. Geburtstag mit dabei zu sein.

Der Fastenprediger bemängelte den zum Teil schwachen Kirchenbesuch, obwohl Pfarrer Norbert Groß sein Bestes gebe. Mehr Engagement forderte der Prediger im kirchlichen und pfarrlichen Leben und fragte sich, wo die vielen anderen bloß seien. Lobend hob er die Arbeit des Männervereins hervor, obwohl es immer wieder die gleichen sind, die Hand anlegen.

Dass in der politischen Gemeinde nicht alles rund laufe und es neben Solar und Windkraft so vieles andere wie Straßen, Gassen, Kanal, Wasserleitung, Mehrzweckhalle, Schule und Turnhallenneubau gebe, zwinge gerade dazu, dass sich alle zusammenraufen und parteipolitische Interessen hinten anstellen müssen, war ein Fingerzeig des Predigers. „Nur in der Gemeinsamkeit liege unendlich viel Kraft und nicht da, wo jeder sein eigenes Süppchen macht".

Auf die Landespolitiker eingehend meinte der Fastenprediger, dass sie vor den Wahlen vieles Versprechen und am Ende der Bürger die Wunden heilen müsse. Überhaupt nicht schmecken konnte dem Prediger das Hauen und Stechen im Bund. „Wenn's halt fehlt an Ehrlichkeit, ist die Krise nicht mehr weit." Auch kein gutes Haar ließ er an Christian Wulff, der auf Ehrensold und Spesen verzichten sollte. Und dann bekannte der Fastenprediger: Wenn man sich bloß aufs kritisieren verlässt, kann weder Kirche noch Staat existieren. Damit war erneut sein Aufruf zur Gemeinsamkeit verbunden.

Poetisch wurde der Fastenprediger als er auf sein eigentliches Thema „Heimat" zu sprechen kam. Er setzte sich mit diesem Begriff als tiefgründiger Christ auseinander und vergaß dabei nicht die Aufbauarbeit des Erbauers der Pfarrkirche St. Johannes, Geistlichen Rat Jakob Raß. Unsere Aufgabe sei es, alles in die Hand zu nehmen, damit auch kommende Generationen noch Freude haben können an dem Schönen. „Heimat ist, wo die Glocken läuten von den Türmen, die in den Himmel deuten. Ihr Lied gleitet wie auf weiten Schwingen, will in alle Täler, in alle Herzen dringen, will uns mahnen, an das Beten zu denken, unserer Seele das Atemholen zu schenken."

Zum guten Abschluss wartete der Fastenprediger mit einer überaus erfreulichen Mitteilung auf: Nach 50 Jahren werden am Sonntag, 23. Juni 2013, die Kirchenglocken der Jubiläumskirche St. Johannes im Bayerischen Rundfunk zu hören sein. Gott Vater den Guten bat er seinen Segen über unsere Heimat zu halten und: „Halte Unheil und Unglück von uns fern, denn wir haben unser Floß doch alle gern."

Text und Bild(er) von Fred Lehner

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