Ökumenischer Gottesdienst

„Wir werden alle verwandelt durch den Glauben an Jesus Christus" – Unter diesem Geleitwort steht die Gebetswoche für die Einheit der Christen, die seit 1968 jedes Jahr im Januar stattfindet. Sie wurde in diesem Jahr von einer ökumenischen Arbeitsgruppe aus Polen vorbereitet und stand für die Christen beider Konfessionen am Donnerstag in der früheren Simultankirche St. Johannes Baptista ganz im Zeichen des 100-jährigen Weihetages der katholischen Pfarrkirche St. Johannes.

Eigentlich sollte der Gottesdienst in der evangelischen Kirche beginnen, um ihn dann nach einer Lichterprozession in der katholischen Pfarrkirche zu beschließen. Nasskaltes, regnerisches Wetter und Rutschgefahr hinderten aber dieses Vorhaben, so dass der Gottesdienst in der evangelischen Kirche gefeiert wurde.

Nach dem Orgelvorspiel von Kantor Andreas Kunz hatte Pfarrerin Lisa Weniger die Gläubigen beider Konfessionen mit dem Wort „Gottes Geist bewege uns in dieser gemeinsamen Stunde, sein Segen sei mit uns" begrüßt. Die Gläubigen sangen „Liebster Jesu, wir sind hier", begleitet von Orgel (Andreas Kunz) und Posaunenchor unter der Leitung von Wolfgang Lang. Eingangs- und Bußgebete der Geistlichen folgte die Lesung durch Pfarrer Große und das Lied „Nun danket all und bringet Ehr".

In ihrer Predigt hatte Pfarrerin Lisa Weniger herausgestellt, dass in der Gebetswoche für die Einheit der Christen alle Gläubigen aus aller Welt aufgerufen sind, zueinander zu kommen und miteinander zu feiern, was uns verbindet – der Glaube an Jesus Christus. Sein Sieg über den Tod schenkt uns gemeinsam die Zuversicht auf ein ewiges Leben in dem es keine Trennung, keinen Streit, kein Leid und kein Geschrei geben wird. Ohne diesen Glauben und ohne diese Liebe bleiben wir Gefangene unserer Kleingläubigkeit und Lieblosigkeit, haben Angst zu Vertrauen, haben Angst uns zu verschenken, zu kurz zu kommen, zu verlieren. Der Glaube an Jesus Christus nimmt uns die Angst. Der Glaube macht uns stark, gibt uns Mut und Freude daran, aufeinander zuzugehen und miteinander zu gehen, ohne Angst. Auch wenn es zwischen katholischen und evangelischen Christen unterschiedliche Traditionen und Bekenntnisse, Lebens- und Gottesdienstformen gibt, doch Gott sieht uns als seine Töchter und Söhne, als Geschwister.

Pfarrerin Weniger sprach das über 260 Jahre bestehende frühere Simultaneum in Floß an, wo es eher ein Gegeneinander als ein Miteinander gab. Umso dankbarer sei sie, dass heute gefeiert werde was die Christen beider Konfessionen verbindet, nämlich der Glaube an Jesus Christus, dass immer mehr versucht werde, alte Gräben zu überwinden und der Welt ein Zeugnis geben von der Hoffnung, die uns eint und immer mehr verwandelt durch den Glauben und zu Geschwistern werden lässt.

Eingestimmt hatten die Gläubigen in das Lied „Nun danket all und bringet Ehr". Nach dem Glaubensbekenntnis von Nizäa-Konstantinopel sang der katholische Kirchenchor und Leitung von Hans Fröhlich „Du, dessen Name heilig ist" von Eger/Heizmann.

Pfarrer Norbert Große dankte Pfarrerin Lisa Weniger für ihren Vorschlag, den Gottesdienst in der evangelischen Kirche zu beginnen und gemeinsam in die katholische Kirche zu ziehen, doch sei dies leider wegen der Witterungsunbilden nicht möglich. Wenn in diesem Jubiläumsjahr ein ökumenischer Gottesdienst gefeiert werde, dann werde deutlich, wie groß die Fortschritte im Bereich der Ökumene in den zurückliegenden Jahrzehnten waren. Vor 100 Jahren hätte sich man dies kaum vorstellen können. „Auf dem Weg der Ökumene gibt es auch verregnete Tage." Der Gottesdienst sei eine Möglichkeit, das Positive und Gute zu sehen was mit Gottes Hilfe in der Ökumene erreicht werden konnte. Diese Schritte zur Einheit sind ein Geschenk Gottes, für das wir Gott loben und preisen dürfen. Sehr angetan und dankbar war Pfarrer Große für die musikalische und gesangliche Gestaltung des Gottesdienstes.

Der katholische Kirchenchor glänzte mit dem Liedvortrag: „Gott, wenn du uns segnest" von Klaus Heizmann. Die Lektoren Christina Schaller (katholisch) und Joachim Kiehl (evangelisch) trugen die Fürbitten mit der Antwort der Christen „Gott gibt uns Kraft und Stärke, verwandle uns durch seine Gnade" vor. Das Vater unser und das Friedenzeichen mit dem Händedruck „Friede sei mit dir", der Liedvortrag des Kirchenchores „Friede mit euch" von Klaus Heizmann, der Segen von Pfarrerin Lisa Weniger und Pfarrer Norbert Große und das gemeinsame Lied „Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren", dazu die persönliche Verabschiedung durch die beiden Ortsgeistlichen beendeten eine eindrucksvolle ökumenische Gottesdienstfeier der beiden Kirchengemeinschaften. Sie war ein weiterer Auftakt des Jubiläumsjahres der katholischen Pfarrgemeinde.

Text und Bild(er) von Fred Lehner

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