Hinweis

Fehlende Zugriffsrechte - Datei '/images/stories/imgs_news/2011/520_vortrag_kurz/lothar_kurz.jpg'

"Wie sicher ist der Euro?" - Lothar Kurz referiert beim Kath. Männerverein

Lothar Kurz referiert über die Sicherheit des EurosWenn der zweite stellvertretende Vorsitzende des Katholischen Männervereins, Peter Pierepioka, in der Mitgliederversammlung am Sonntag im Gasthaus Weißes Rössl von einem „brandheißen Thema" sprach, dann hatte er recht. Filialleiter Lothar Kurz von der Flosser Volksbank befasste sich in seinem leidenschaftlich und mit viel Sachverstand erläuterten Vortrag mit der Frage „Wie sicher ist der Euro".

Dass er damit nicht nur überaus aufmerksame und interessierte Zuhörer hatte, zeigte die geradezu leidenschaftliche Diskussion, die sich schon während des Vortrags entwickelte. Grund dafür war, dass Lothar Kurz in den Themenbereich mit zum Teil überaus kritischen Anmerkungen über eine Reihe von Fehlern politischer Entscheidungen einstieg.

 

In seiner Agenda befasste sich der Banker mit der Geschichte über die wirtschaftliche und politische Einigung Europas, der Geschichte des Euros unter Helmut Kohl und Theo Waigel und die ökonomischen Folgen der Einheitswährung, deren Ziel eine stabile Geldpolitik war. Bei den Ursachen der Euro-Krise meinte der Banker, dass eine Reform des Stabilitätspaktes dringend notwendig wäre. „Wir stehen heute kurz vor dem Übergang einer Transferunion." Unsolide Länder haben einen geringen Anreiz für gute Haushaltsführung. Weil es keine gemeinsame europäische Finanz- und Wirtschaftspolitik gebe, genieße der Euro keinen politischen Schutz. Bis heute fehle leider die Akzeptanz für die neue Währung durch die Bevölkerung. Der Referent warf auch die Frage auf, ob es Alternativen zum Euro gebe. Bei der Einlagensicherung sei Vorsicht bei Banken mit Hauptsitz im Ausland geboten. Bei möglichen Szenarien einer Geldentwertung gab es Diskussionsbeiträge die erkennen ließen, dass sich die Versammlungsteilnehmer sehr wohl mit diesem Thema befassen. An Griechenland allein werde der Euro nicht scheitern, vielmehr wäre der Euro ohne Griechenland international noch attraktiver. Der Filialleiter nahm auch zur Frage, was für oder gegen den Euro spreche, Stellung und meinte, dass auch ein schwacher Euro seine Vorteile habe. Zur Rolle der Banken bei der Eurokrise meinte der Referent, dass eine Regulierung der Großbanken notwendig sei. Ziel müsse es sein, dass der Steuerzahler nicht für die Rettung der Banken aufkommen müsse. Die Menschen wollen ein geordnetes Finanzsystem und Banken, bei denen sie mitbestimmen können, die ihre Mitglieder verpflichtet und für ihre Heimatregion da sind. Kurz fasste sein lebendig und interessant gestaltetes Referat mit der Feststellung zusammen, dass es keinen Weg zurück mehr geben könne. Damit der Euro überlebt, müssen vielleicht einige schwache Euroländer ausscheiden. Eine Währung ist der Spiegel der Wirtschaftskraft eines Landes. Maßgeblich ist die Leistungsfähigkeit eines Landes. Deutschland und auch Europa seien gut aufgestellt. Deshalb hat der Euro die Chance, dass er überlebt.

Text und Bild(er) von Fred Lehner

Drucken E-Mail

Pfarrei St. Johannes Floß  -  Pfarrer-Jakob-Raß-Zentrum 2  -  92685 Floß  -  Email: info@pfarrei-floss.de