Theatergruppe "Zum Pfarrplatzl" bei ihrer Premiere

Mit einer fernsehreifen Vorstellung wartete die Laienspielgruppe „Zum Pfarrplatzl" bei ihrer Premiere der Komödie „Heribert, der Klosterfraunarzissengeist" von Beate Irmisch im Pfarrheim St. Josef auf. Es gab viel Wirbel um Schnaps im Kloster, das aufgelöst werden sollte. Doch dazu kam es letztlich nicht, denn die Rechnung wurde ohne den handfesten Nonnen und Klostergeist Heribert gemacht.

Leiterin Anni Witzl hatte mit der Auswahl des Stücks eine glückliche Hand. Es war ein Volltreffer. Immerhin wagte sie es mit fünf neuen Akteuren, die allesamt einschlugen und ihre Rollen blendend und mit viel Schauspielkunst meisterten. In Paraderollen steckte die bewährte Mannschaft früherer Aufführungen, die wieder einmal mit Gestik, Mimik und Redekunst überzeugte und die Aufführung unterhaltsam und kurzweilig machte. Die einzelnen Rollen waren den Laienspielern auf den Leib zugeschnitten. Das Startrio waren zweifellos die Nonnen Pankrazia (Gitte Lebegern), Appolonia (Martha Plödt) und Gottfrieda (Rita Rosner) mit Domkapitular Hansemann (Manuel Schulz). Ansprechend das von Künstler Lothar Wirth kreierte und auch für das Stück passende Bühnenbild mit dem Klostergarten. Mit einer hübschen und auf jede Rolle passenden Kostümierung warteten alle Schauspieler auf, was Erika Steidl zu danken ist. Der Mann hinter der Bühne, Beppo Plödt, sorgte wieder für den Bühnenaufbau und die Technik. Seine Perfektion führte dazu, dass es zu keinen Vorkommnissen kam. Mit Hanne Watzl hatte Regisseurin Anni Witzl eine großartige Souffleuse gefunden. Es gab keine Aussetzer oder gar bemerkbare Versprecher. In ihrer charmanten Art hatte Christine Schaller die Besucher begrüßt und abschließend die Laienspielgruppe „Zum Pfarrplatzl" vorgestellt. Auch der Service während der beiden Pausen passte.

Die Besucher wurden in das Kloster Abendrot versetzt, wo es helle Aufregung gab. In einem Brief hat das Bistum verfügt, dass der Orden aufgelöst und die Nonnen auf andere Klöster aufgeteilt werden. Das passte den drei Nonnen, der schwerhörigen Schnapsdrossel (Martha Plödt), der Tabak pfeifenden Schwester (Gitte Lebegern) und der Wein liebenden Betschwester (Rita Rosner) gar nicht. Sie haben ohne dem Wissen des Bistums eine alte Tradition wieder eingeführt: In den alten Kostermauern wird Schnaps gebrannt und Wein gekeltert. Pfarrer Moritz (Witiko Watzl) war mit der Auflösung des Klosters überhaupt nicht einverstanden, immer auf Ausgleich bemüht, doch auch er konnte so manch heikle Situation nicht verhindern. Der Herr Domkapitular Hansemann (Manuel Schulz) sollte Abhilfe schaffen, hat aber nicht mit Heribert, dem Klosterfraunarzissengeist (Martin Lebegern) gerechnet. Karlchen, das Mädchen für alles (Sebastian Eck) wurde immer wieder hin- und her geschoben. In ihrer Paraderolle steckte Babette, die Kräuterfrau (Silvia Drechsler), die als Hellseherin auftrat und ihren Traum, Heribert, den Klostergeist als Helfer prophezeite. Die Nonnen hatten sogar einen Hungerstreik oder eine Demonstration ernsthaft überlegt, sollte es zur Auflösung des Klosters kommen. Selbst ein Kirchenaustritt wurde überlegt. Das Vorhaben der beiden arrogant auftretenden Immobilienmakler Elvira von Suppenhahn (Amelie Frischholz) und Bruno Schnappes (Felix Witzl), das Kloster für 500000 Euro zu kaufen, als Hotel umzubauen und die Ländereien als Golfplätze und Trabrennbahn auszuweisen, ging allerdings nicht auf. Bürgermeister Egon Dünkel (Florian Witzl) war der eigentliche Schelm. Er hatte den Pachtvertrag für die Ländereien des Klosters gekündigt. Seine Frau Eulalia (Anja Helgert) trat resolut auf und war mit dem Vorhaben ihres Mannes gar nicht einverstanden. Die Aussage von Domkapitular Hansemann Schnaps und Nikotin, rafft die ganze Menschheit hin, wussten die Nonnen mit der Fortsetzung: Ohne Schnaps und Rauch stirbt die andere Hälfte auch, zu beantworten. Eine Wende kam, als Klostergeist Heribert aus dem Kamin erschien und das Vorhaben der Immobilienmakler, des Bürgermeisters und des ge- und enttäuschten Domkapitulars zunichte machte. Der Streit um die Erfindung des Heilmittels mit Minze und Lebertran hatte seine Wirkung. So gab es von Domkapitular Hansemann Abbitte gegenüber den Nonnen und Pfarrer Moritz und das Kloster Abendrot war gerettet.

Mit wahrer Begeisterung war das theaterkundige Publikum dabei. Es gab Beifallsstürme während und nach der Aufführung. Die Laienspieler mit Regisseurin Anni Witzl hatten es allemal verdient.

Die weiteren Aufführungen

  • Freitag, 11. November,
  • Samstag, 12. November,
  • Samstag, 19. November,

jeweils um 20 Uhr und Sonntag, 20. November um 14.30 Uhr im Pfarrheim St. Josef.

Text und Bild(er) von Fred Lehner

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