TV-Dokumentation über Schwester Ellen in Afrika

„Eine bayerische Ordensfrau trainiert in Südafrika“. So wurde der Doku-Film im 3. Programm des Bayrischen Fernsehens unter dem Titel „Stationen – Gott spielt Fußball und bringt Freude in den traurigen Tagen“, der am Mittwoch um 19 Uhr ausgestrahlt wurde, angekündigt.

Die Flosser Bevölkerung wusste durch unsere Berichterstattung am 27. Mai, dass es sich bei der bayerischen Ordensfrau um die Flosserin, Schwester Ellen, sie seit über 20 Jahren in Südafrika als Missionsärztin segensreich tätig, handelt. Der Film war am Fronleichnamstag nicht nur bei den Gläubigen vor und nach dem Festgottesdienst, auch bei der Bevölkerung zum Gesprächsthema Nummer eins im Markt geworden. 

 

 

Während der über 40 Minuten Sendezeit spürte man, dass Schwester Ellen ihre Lebensaufgabe in Südafrika  gefunden hat. Sie schöpft aus christlicher Nächstenliebe, aus der Dankbarkeit und Fröhlichkeit der von ihr betreuten aidskranken Kinder und aus dem festen Willen „Ja, ich kann“ immer wieder neue Kraft. Das wurde auch im Film deutlich als sie einer großen Menge Jugendlicher dieses Wort „Ja, ich kann“ als Hoffnung zur Überwindung der Aidskrankheit zurief.

Der Film strahlte den Tagesablauf von Schwester Ellen in ihrer großen Verantwortung als Ärztin aus. Sie ist von Sonnenaufgang bis kurz vor Mitternacht mit ihrem Geländewagen im Buschland unterwegs, um Kranken und Bedürftigen zu helfen und beizustehen. Ihre Leistungen in der ambulanten Hilfe, bestens unterstützt von Nardini-Schwester Hedwig, gehen oft weit über das hinaus, was ein Mensch zu leisten vermag. So war es nicht verwunderlich, wenn es aus ihrem Freundeskreis in Südafrika hieß: „Woher nimmt sie nur die Kraft?“.

Es müssen spontan wichtige Entscheidungen getroffen werden. Das macht die Arbeit nicht leichter, bekannte Schwester Ellen, die man auch in der Kirche beim Gebet sah. Aids sei leider der ständige Begleiter. Wenn die Kinder Schwester Ellen sehen, atmen sie auf, weil sie wissen, dass ihnen geholfen wird. Die Probleme liegen auf der Straße, weiß die Missionsärztin, die man beim Einkaufen und bei Ämterbesuchen erleben konnte, zu berichten. Ihre Erlebnisse geben zum Nachdenken. Nachts werde es gefährlich. Vier Hunde und zwei Katzen halten im Umkreis Wacht, lächelt Schwester Ellen. Misshandlungen, Hunger, Not und Diebstähle beherrschen den Alltag. Aidskranke Mütter bangen und ringen um ihre Kinder. Für viele ist das Waisenhaus oft die Rettung. „Wenn es für mich schwer wird, hole ich mir neue Kraft bei meinen Besuchen im Buschland“, erzählt die Franziskanerin.  Immer wieder ist es der Umgang mit den aidskranken Kindern, der diesen Film so informativ und wertvoll macht.

Die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika ist das beherrschende Thema auch für die Kinder. Mit ihnen steht Schwester Ellen immer wieder auf den Fußballplatz. Ein Bub hat den Ehrgeiz, unbedingt in das Nationalteam aufzusteigen. Die Kinder spielen meist barfuss. Auch Mädchen reihen sich in den Kreis der fußballbegeisterten Kinder und Jugendlichen ein.

Missio gründete den „Club der guten Hoffnung“. Diese ökumenische Aktion wird von Schwester Ellen und anderen kirchlichen Jugendprojekten in Südafrika unterstützt. Unvergessen für die 40 Kinder und Schwester Ellen mit Schwester Hedwig und ihren Begleitern bleiben für sie die vielen Eindrücke, bei der im letzten Jahr gestarteten Tournee in Bayern. Hier wurden Freundschaften geschlossen, die immer noch anhalten. Schwester Ellen stellt für die Kinder direkte Verbindungen zu Kindern in Bayern her. Der Besuch in der Bayerischen Staatskanzlei, wo die Kinder die Nationalhymne Südafrikas mit ihren hellen und klaren Stimmen sangen, war neben einem Fußballturnier in München der absolute Höhepunkt. Das Stadion in Südafrika mit den blauen und gelben Sitzbänken sind Symbole für Wasser und Sonne. 

Bei all dem Tagesablauf und den vielen Einsätzen bei schwerkranken Kindern, lässt sich Schwester Ellen im Mutterhaus Mallersdorf immer wieder sehen. Sie wird dort durch ihr segensreiches, missionarisches Wirken als Ordensfrau und Ärztin hoch geschätzt. Auch das zeigte der Film. Wenn es im Untertitel des Films „Gott spielt Fußball“ hieß, dann weiß Schwester Ellen zu erzählen, dass die aidskranken Waisenkinder beim Fußballspiel alles vergessen und immer wieder Hoffnung schöpfen. Und das erfüllt Schwester Ellen in hohem Maße. Sie hat als bayerische, als Flosser Ordensfrau, ihre Lebensaufgabe gefunden und wird zu recht von ihren betreuten aidskranken Waisenkindern als „leuchtender und helfender Engel“ bezeichnet. Die Flosser konnten sich von dieser großartigen Frau einmal mehr überzeugen.

Text und Bild von Fred Lehner

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