Neue Statue der Hl. Hildegard von Bingen in der Pfarrkirche

Die Pfarrkirche der katholischen Kirchengemeinde St. Johannes erfährt mit der neuen Statue der heiligen Hildegard von Bingen eine weitere Bereicherung. War es vor 13 Jahren der Katholische Männerverein, der aus Verehrung des Seligen Pater Rupert Mayer eine Statue – sie hat im Kirchenschiff rechts ihren Platz gefunden – stiftete, so war es diesmal eine große Flosser Verehrerin der heiligen Hildegard von Bingen, die den Auftrag für eine handgeschnitzte Statue gab und der Kirchengemeinde St. Johannes spendete.

In der Vorabendmesse am vergangenen Samstag, 20. November, segnete Pfarrer Norbert Große in Anwesenheit vieler Gläubiger die wunderschöne Statue. Sie wird im Kirchenschiff links, neben der Statue der heiligen Elisabeth ihren Platz finden.

Pfarrer Große hatte sich vor dem feierlichen Segnungsakt dem Leben und Wirken der heiligen Hildegard, sie ist heute wegen ihrer Schriften zur Naturheilkunde, mit denen sie Kranken helfen und Gesunde zur Vorsorge erziehen wollte, zugewandt. Wirken und Bedeutung dieser gebildeten Äbtissin im 12. Jahrhundert gehen aber weit darüber hinaus. Als Bußpredigerin rief sie zur Umkehr auf. Sie sorgte mütterlich um das irdische und ewige Heil ihrer Nonnen. Ihre Briefe und Bücher entsprangen zahlreichen Visionen und eingehenden Studien. In allen Dingen der Schöpfung vermochte sie den Schöpfergott zu erkennen. Den Menschen auf dem Weg zu ihm helfen, war ihr großes Anliegen.

„Himmlisches mit Irdischem verbinden", das war zu allen Zeiten die besondere Aufgabe derer, die ihr Leben nach der Weisung des heiligen Benedikts ausrichten. Benediktinerinnen als Gesegnete und als Segnende wollen Brückenbauer sein zwischen Himmel und Erde. Hildegard von Bingen war in diesem Sinne ganz eine Tochter des heiligen Benedikt. In ihrer Person verbanden sich scheinbar unvereinbarte Gegensätze zu einer Spannungseinheit, die ungeahnte Kräfte und Möglichkeiten freisetzte – vor 900 Jahren und auch heute.

Hildegards Lebensweg lässt sich deutlich in drei Abschnitte einteilen: Die Kindheit in der Geborgenheit der (adligen) Familie, der Rückzug aus der Welt in die Einsamkeit des klösterlichen Lebens und der Auszug der Einsamkeit in das öffentliche Wirken. Hildegard ging es um eine religiöse Deutung des ganzen Universums und um ein konsequent gelebtes christliches Leben in allen Bereichen des Lebens. Alles, Himmel und Erde, Glaube und Naturkunde, das menschliche Leben in all seinen Facetten und Möglichkeiten, war für die heilige Hildegard der Spiegel der göttlichen Liebe. So war sie eine wirkliche „Posaune Gottes". In ihrem ersten großen Werk „Scivias" ruft Hildegard dem Menschen zu: „O Mensch, schau dir den Menschen an: Er hat Himmel und Erde und die ganze Kreatur in sich. In ihm ist alles verborgen schon vorhanden. O wie herrlich ist Gott, der schöpferisch wirkt und seine ganze Herrlichkeit durch die Geschöpfe offenbart. Wenn du zu deinem Schöpfer aufblickst und sagst ‚Mein Gott bist du', dann entzündet sich in dir das Feuer der Liebe, aus der alles Leben entsteht und alles Gute hervorgeht. Du hast also die Wahl, denn du kannst nicht zwei Herren dienen. Darum o Mensch, schau auf zu deinem Gott- und die Erde wird neu werden."

Dieser Lebensweg der heiligen Hildegard faszinierte und überzeugte die großherzige Spenderin, gleichsam eine Folge der hohen Verehrung sieht sie ihr Geschenk an die Kirchengemeinde St. Johannes. Das Kunstwerk entstammt der Holzschnitzerei Ludwig Unterbuchberger aus Aigen/Inn.

Mit den bereits vorhandenen Statuen, der „Patrona Bavariae", der „Pieta", der heiligen Elisabeth, dem heiligen Bruder Konrad und dem heiligen Franziskus, denen der Erbauer der Pfarrkirche, Bischöflicher Geistlicher Rat und Pfarrer von Floß von l906 bis l939, Jakob Raß, in „seinem Gotteshaus" einen festen Platz gegeben hat, wird nun die neue Statue der heiligen Hildegard von Bingen gegenüber der Statue von Pater Rupert Mayer die Pfarrkirche St. Johannes bereichern.

Den musikalischen und gesanglichen Gottesdienst gestaltete das Lobpreisteam unter Leitung von Franz Seiz.

Text und Bilder von Fred Lehner

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