Katholischer Kirchenchor - Cäcilienfeier mit Ehrungen

Die Vorabendmesse am Samstag in der Pfarrkirche St. Johannes hatte der Kirchenchor unter Leitung von Konrektor Hans Fröhlich mit seinen Chorgesängen bereichert. Das ganze Volumen und die Vortragskunst der Chorgemeinschaft drückte sich beim Eingangslied "Tochter Zion" von Georg Friedrich Händel aus.

Ein wahrer Hörgenuss war die "Messe parvula prima" von Christian Dostal. Beim Zwischengesang war das "Wieder naht der heilige Stern" von Lorenz Maierhöfer zu hören. Mit dem "Wachet auf" von Johann Sebastian Bach entfaltete sich der Chor ebenso wie beim "Freue dich, Welt" von Georg Friedrich Händel als eine in allen Stimmen sehr gut besetzte Gemeinschaft, die bei den Eucharistiefeiern nicht wegzudenken ist. Mit den Gläubigen sang der Chor "Der Engel des Herrn". In seiner Predigt hatte Pfarrer Norbert Große die Zeit der Erwartung und Hinwendung zu Gott durch den Advent, der immer mehr in Gefahr gerate, herausgestellt.

Es war eine nachträgliche Ehrung der heiligen Cäcilia, der Patronin der Kirchenmusik. Der gute Brauch der Chorgemeinschaft, die Cäcilienfeier, setzte sich nach dem Gotteshaus im Pfarrheim St. Josef fort. Als "spiritus rector" begrüßte Chorleiter Hans Fröhlich Pfarrer Norbert Große sowie Bürgermeister a.D. Fred Lehner als noch aktiven Chorsänger bei den Beerdigungen.

Seine sichtliche Freude drückte der Chorleiter mit der Ehrung langjähriger aktiver Sängerinnen und Sänger aus. Für jeden der Jubilare hatte er ein ganz persönliches und von Herzen kommendes Dankeschön übrig.

Brigitte Beer stamme aus einer musikalischen Familie, hat bereits mit sieben Jahren in der Schola begonnen und ist heute im Sopran Stimmführerin mit ihren Soloeinsätzen. Dass Brigitte Beer mit ihren Schwestern und Tochter Alexandra den "Flosser Dreigesang" ins Leben gerufen habe, ehrt sie besonders. Sie wurde mit der Goldenen Ehrennadel und Urkunde von Bischof Gerhard Ludwig Müller ausgezeichnet.

Mit ihrem Bruder Hans, heute Chorleiter, kam sie aus Flossenbürg und ist heute die tragende Säule bei den Altstimmen im Flosser Chor. Elisabeth Löw gehört dem Chor seit 40 Jahre an. In Flossenbürg gründete sie den Kinder- und Jugendchor "Shalom".

Wertvoll die Stütze bei den Bassstimmen durch Willibald Wirth. Er gehört ebenfalls 40 Jahre der Chorgemeinschaft an. Wirth glänze durch sein Violinspiel und der Organisation vieler Orchestermessen als verantwortlicher Leiter.

Angelika Sellmeyer hält seit nunmehr 30 Jahren dem Kirchenchor die Treue. Ihre beiden Kinder Katharina und Magdalena habe sie frühzeitig in den Chorgesang mit eingeführt. Wilma Witzl wollte sich nur einmal im Chor umsehen und ist heute schon zehn Jahre fest mit dabei. Als Kind im Sopran und nun beim Bass ist Michael Fröhlich ein treuer und zuverlässiger Sänger. Bei Festmessen begleitete er öfter schon den Chor an der Orgel und zeichnet sich als Solist auf der Querflöte aus. Seine zehnjährige Treue wurde ebenfalls ausgezeichnet.

Schließlich gehört Hilde Dlugaiczyk der Chorgemeinschaft seit 1997 an. Sie konnte an der Ehrung leider nicht teilnehmen.

Die Glückwünsche von Pfarrer Norbert Große und der Sprecherin des Pfarrgemeinderates Hermi Brauner unterstrichen zugleich die Dankbarkeit über einen kirchlichen Dienst, der nicht hoch genug eingeschätzt werden könne. Der Chor habe Zukunft, freute sich der Pfarrer. Bei der Ehrung assistierte die Ehefrau des Chorleiters, Irene Fröhlich. Sie ist ebenfalls aktive Chorsängerin.

Die Entwicklung der Chorgemeinschaft in den letzten 30 und 40 Jahren ließ Chorleiter Hans Fröhlich in einem bemerkenswerten Vortrag Revue passieren.

Mit einer bemerkenswerten und nachdenklichen Bestandsaufnahme wartete Chorleiter Hans Fröhlich bei der Cäcilienfeier des katholischen Kirchenchores am vergangenen Samstag im Pfarrsaal in Anwesenheit von Pfarrer Norbert Große auf.

Der Chorleiter drückt letztlich seine Hoffnung darüber aus, dass weiter fest für den "Dienst zur Ehre Gottes" und in der Pfarrgemeinde St. Johannes zusammengehalten werde. Von Herzen kam deshalb sein Dank an alle Sängerinnen und Sänger, die unermüdlich und ehrenamtlich dazu beitragen, die "musica sacra" in Floß zu pflegen.

Dass die Musik im Wandel der Zeit stehe, daran ließ der Chorleiter keinen Zweifel. Das war schon immer so und wird auch so bleiben. Die Frage sei nach dem "Quo vadis", dem "Wohin". Schließlich tue sich ein völlig neues Bild des Musikers und Sängers und natürlich auch des Zuhörers auf. Kollege Computer biete eine perfekte Aufführung zu einem sensationell günstigen Preis. Auch die Kirchenmusik bleibe daher nicht außen vor. Das Neue geistliche Lied habe sich als fester Bestandteil in der Kirchenmusik etabliert. Es habe auch beim Kirchenchor eine neue Ära eingeläutet, wenn Komponisten wie Klaus Heizmann, Peter Strauch, Werner Hofmann oder Siegfried Fietz zum Repertoire des Chores gehören.

Noch liege das Durchschnittsalter bei 47,5 Jahren. Nahezu die Hälfte der Chorsänger habe bereits 25 und mehr Jahre Kirchenmusik hinter sich.

Singen im Kirchenchor sei alles andere als eine leichte Arbeit. Wer aber nicht mit Leib und Seele bei der Sache sei, werde im Kirchenchor nicht alt. Doch hier sprach der Chorleiter von einer "besten Qualität", die der Flosser Kirchenchor aufweisen könne. Mit Begeisterung singen seit kurzer Zeit sieben Mädchen und Frauen und ein Mann neu im Chor mit. Dieser Zuwachs sei einmalig seit Bestehen des Chores. Bei den derzeit 29 Chormitgliedern gebe es auch 29 verschiedene Meinungen über Stilrichtungen, Arbeitsweisen, Organisation und vieles mehr. Der sprichwörtliche "lange Atem" sei eine unverzichtbare Eigenschaft, egal in der Musik, auf dem Instrument oder mit der Stimme. Abschließend fragte sich Hans Fröhlich: "Was wäre ein Chorleiter ohne Chor?" Er könne sich das nicht vorstellen. Umso größer war der Dank an alle Chormitglieder für Treue und Zusammenhalt.

Ein herzliches Vergelt's Gott galt Gretel Hausner, die über 30 Jahre der Chorgemeinschaft die Treue hielt und aus gesundheitlichen Gründen ausscheiden musste.

Der lang anhaltende Beifall aller Chorsänger machte einmal mehr deutlich, dass die Liebe zur "musica sacra" weiter ungebrochen sei. Eine große Befriedigung für den Chorleiter.

Text und Bilder von Fred Lehner

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