missio über Schwester Ellen in Südafrika

"Schwester Ellen - Ordensfrau, Missionsärztin und Fußballfan", so stellt das Internationale Katholische Missionswerk "missio - glauben.leben.geben" die aus Floß stammende Franziskanierin vor. Seit mehr als 20 Jahren kämpft die heute 52-jährige Ordensfrau, mit bürgerlichen Namen Dr. Maria Lindner, in Südafrika gegen Armut und eine der höchsten Aids-Raten der Welt im Rahmen der Hilfsprogramme der Mallersdorfer Schwester "Sizanani - wir helfen einander".

Die Fußballweltmeisterschaft in Südafrika im Jahre 2010 wirft heute schon ihrer Schatten voraus. 40 Kinder aus den verschiedensten Regionen Südafrikas waren mit ihren Betreuern zum "Fußballfest" im Rahmen der Südafrikanisch-Bayerischen Jugendbewegung vom 4. bis 13. Juli nach München gekommen. Schwester Ellen hatte die Kinder begleitet.

Um Kindern und Jugendlichen in Südafrika Freude und Zukunftschancen zu schenken, gründete missio den "Club der guten Hoffnung". Mit dieser ökumenischen Aktion unterstützt missio Schwester Ellen und andere kirchliche Jugendprojekte in Südafrika.Missio beschreibt den Lebensweg der in Floß geborenen Maria Lindner, die als 17-jähriges Mädchen in die südafrikanische Provinz KwaZulu-Natal reist. Sie will in einer Missionsstation der Nardini-Schwestern ein Praktikum machen. Der selbstlose Einsatz der Nonnen und Ärzte beeindruckt sie tief. Maria Lindner darf miterleben, wie sich die Ordensschwestern und Ärzte in dem überfüllten Krankenhaus um die schwer erkrankten und unterernährten Patienten kümmern.

Die Flosserin hat ihre Lebensaufgabe gefunden. Sie tritt dem Orden der Franziskanerinnen in Mallersdorf bei, studiert Medizin und geht als Ärztin in die Missionsstation der Nardini-Schwestern nach Südafrika. Aus Dr. Maria Lindner wird Schwester Ellen.

In den vergangenen mehr als 20 Jahren kämpft Schwester Ellen in Südafrika gegen Armut und den höchsten Aids-Raten der Welt. Sie leitete ein Missionskrankenhaus, startete ein Hauspflegeprogramm für Aids-Patienten und schenkt hunderten Aids-Waisen ein Zuhause.

Was Schwester Ellen immer wieder sehr stark berührt: "Am meisten leiden die Kinder. Sie müssen zusehen, wie ihre Eltern sterben und sind dann ganz allein." Aus christlicher Nächstenliebe, sowie aus der Dankbarkeit und Fröhlichkeit der Kinder schöpft die Ordensfrau immer wieder neue und notwendige Kraft. Was sie überglücklich macht: Wenn die Waisenkinder beim Fußballspiel alles vergessen und ausgelassen lachen. Und da kommt die Fußballweltmeisterschaft in Südafrika im Jahre 2010 gerade recht.

Marco ist eine der zahlreichen Aids-Waisen in Kwa-Zulu-Natal. Er hat beide Eltern verloren und trägt selbst das Virus in sich. Schwester Ellen fand ihn und seine Geschwister abgemagert und völlig verwahrlost bei seinen überforderten Großeltern. Doch nach mehrwöchiger Pflege hat sich der Junge erholt. Im Waisenhaus der Missionsstation findet er Liebe und Geborgenheit. Nach der Schule saust der kleine Marco mit seinen Klassenkameraden zum Fußballspiel. Beim Spielen vergessen die Jungen alles und freuen sich, wenn "ihre" Schwester Ellen mit ihnen kickt. "Ellen, Ellen!" rufen die Kinder, wenn die Ordensfrau am Ball ist und diesen ins Tor befördert. Die Vorfreude der Kinder auf die Fußball-WM 2010 ist riesengroß.

Mit Blick auf die Fußballweltmeisterschaft 2010 hat missio den "Club der guten Hoffnung" ins Leben gerufen. Auch evangelische Hilfswerke und das bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus engagieren sich für kirchliche Partner wie Schwester Ellen. Ohne sie hätten Kinder und Jugendliche in dem Armenvierteln Südafrikas keine Chance. Von Sonnenaufgang bis kurz vor Mitternacht ist Schwester Ellen als Ärztin mit ihrem Geländewagen im südafrikanischen Buschland unterwegs, um Bedürftigen zu helfen.

Wenn deshalb das International Katholische Missionswerk "missio" um Unterstützung wirbt, dann ist dies ein Hilferuf um die Zukunft der aidskranken Kinder in Südafrika.

Schwester Ellen war als Betreuerin der über 40 Kinder im Rahmen der Südafrikanisch-Bayerischen Jugendbewegung in München mit dabei. Das Rahmenprogramm führte unter anderem zum Olympiagelände, zur Staatskanzlei, zum Kloster Mallersdorf, nach Passau, Taufkirchen, ,zur Ruderregatta-Strecke" nach Oberschleißheim, zur Klosterkirche Ettal. Der Fußball spielte immer wieder eine besondere Rolle. Trainingstage und Freundschaftsspiele werden den Kinder unvergessen bleiben, erzählt Schwester Ellen. Das Endspiel um den "Bafana Cup" hatte seinen besonderen Reiz.

Für Schwester Ellen bot sich während ihres Aufenthalts in Bayern, wieder einmal Gelegenheit, ihre doch so geliebte Flosser Heimat und Mutter Anna Maria mit Schwester Elisabeth im Seniorenheim "Am Reiserwinkel", sowie Bruder Anton im Elternhaus zu besuchen. Freundin Rita Rosner, geborene Landgraf, brachte die doch etwas gestresste aber überaus dankbare und glückliche Ordensfrau wieder gesund nach München zu ihrer Gruppe und den Kindern. Mit ihren kleinen Besuchern aus Südafrika freut sich Schwester Ellen auf die Fußball-WM 2010. Ihre Objektivität, dass der Beste gewinnen soll, hält sie nicht zurück, doch drückt sie der deutschen Nationalmannschaft fest die Daumen.

Text und Bilder von Fred Lehner

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