Professjubiläum von Sr. Ellen

Schwester Ellen alias Maria Lindner feierte am Samstag in ihrer Flosser Heimatpfarrei St. Johannes ihr 30-jähriges Professjubiläum. Sie wollte kein großen Aufhebens über ihre Person. Ihre Bescheidenheit und Zurückhaltung drückte sich einmal mehr beim Choramt in der Pfarrkirche aus. Sie hatte alleine in einem der vorderen Kirchenbänke Platz genommen.

Die gesangliche und musikalische Gestaltung der Vorabendmesse hatte der Kirchenchor unter Leitung von Konrektor Hans Fröhlich, an der Orgel spielte Christoph Fischer, übernommen. Nach dem Lied von Klaus Heizmann "Ein Warten geht durch die Zeit", begrüßte Pfarrer Norbert Große Schwester Ellen mit dem Dank, dass sie nach ihrem Ordensgelübde vor 30 Jahren in der Klosterkirche des Mutterhauses der Franziskanierinnen in Mallersdorf ihre Fähigkeit als Ärztin für kranke und hilfsbedürftige Menschen in Südafrika einsetze. Es passe zu ihrer Berufung, dass jetzt im Advent der Ruf zur Umkehr des Herzens laut werde. Sie öffne ihr Herz für Mitmenschen, die in Not sind. Mit den Segensliedern "Shalom, der Herr segne dich" von Gerhard Schnitter und "Der Vater im Himmel beschenke dich mit seinem Gottvertrauen" von Jochen Rieger glänzte die Chorgemeinschaft und vermittelte zugleich Freude und Dankbarkeit der Gläubigen. Die sichtlich gerührte Franziskanierin brachte ihr Vergelt's Gott mit einem lächelnden Blick zum Kirchenchor zum Ausdruck.

Im Pfarrsaal spielten sich Szenen des herzlichen Wiedersehens mit Schwester Ellen ab. Die Missionarin hatte für jeden Teilnehmer ein wunderschönes Geschenk, einen von südafrikanischen Kindern und Mütter gebastelten Stern aus feinsten kleinen Perlen mitgebracht.

"Es ist schön und wir freuen uns, dass du wieder daheim und bei uns sein kannst", freute sich die Sprecherin des Pfarrgemeinderates, Hermi Brauner, bei ihrer Begrüßung zunächst mit der Überreichung eines Blumenarrangements. Schwester Ellen wird einige Wochen in Floß verweilen und mit den Gläubigen die stille, heilige Nacht und die Geburt Christi feiern. Einem Wort von der inzwischen verstorbenen Caroline Schuderer folgend, "Schwester Ellen in Südafrika in ihrer Missionsarbeit nicht hängen zu lassen" gab es von der Pfarrgemeinde eine finanzielle Hilfe von über 6.600 Euro, die Pfarrer Norbert Große mit den Worten: "Mögen die kleinen und großen Spenden dazu beitragen, dass Sie Not lindern, Hoffnung schenken und Leben retten können" überreichte.

Eine Spende von 1.000 Euro gab es vom Katholischen Frauenbund, die Christina Schaller und Christine Wirth überreichten. Angeschlossen hatten sich der Kindergarten "St. Johannes M. Vianney" durch Leiterin Agnes Schwarzmeier, die Eltern-Kind-Gruppe, Theresia Stadlbauer, Bürgermeister Günter Stich für den Markt und der Seniorenkreis durch Rita Kreiner. Daran schlossen sich viele Flosser an, die Schwester Ellen die Hand drückten und sie in ihrer Arbeit durch eine Spende unterstützten.

Bei der sichtlichen Freude über diese großartige Opfer- und Spendenbereitschaft drängte es Schwester Ellen, über ihre Arbeit in Südafrika zu berichten (Bericht s.u.).

Es war ein herzliches und freudiges Wiedersehen mit Schwester Ellen, die in ihrer Heimatpfarrei St. Johannes am vergangenen Samstag ihr 30-jähriges Professjubiläum feiern konnte.

Im Pfarrsaal St. Josef hatten sich auf Einladung des Pfarrgemeinderates viele Flosser eingefunden, um Schwester Ellen zu ihrem Jubiläum zu gratulieren und Gottes reichen Segen zu wünschen. Die sichtliche Freude über die vielen Überraschungen drückte die in Südafrika tätige Missionarin mit einer Spontaneität aus, die diesen Abend zu einer unvergesslichen Begegnung werden ließ. Noch hatten nicht alle kirchlichen Vereine und Gruppen ihre Glückwünsche und Geschenke überbracht, trat Schwester Ellen nach den Glückwünschen von Hermine Brauner für den Pfarrgemeinderat und Pfarrer Norbert Große für die Kirchengemeinde ans Rednerpult.

"Ich bin tief gerührt, freue mich auf das Wiedersehen, über jeden Händedruck, den guten Wünschen und vor allem für die hochherzigen Spenden, die ganz gewiss ihren Zweck erfüllen werden. Sie werden armen, kranken und HIV-infizierten Menschen zu Gute kommen", begann die Flosserin ihre Erzählungen über das Leben und Wirken in den Zulu-Krals im südafrikanischen Gebiet von Nkandla.

Früher in ihrer Eigenschaft als Ärztin und medizinische Direktorin in einer afrikanischen Klinik tätig, widmet sich jetzt die Franziskanierin mit einem Team den Familien von AIDS-Kranken. Die Arbeitslosigkeit greife um sich und liege bei über 93 Prozent innerhalb des großen Betreuungsgebietes. Nahezu 60 Prozent der Bevölkerung sind unter 20 Jahren, davon bis zu 40 Prozent HIV-positiv. Bei einem Großbrand haben über 600 Familien Hab und Gut verloren. Die gebildeten Teams kümmern sich in Gruppenarbeit um die Registrierung der betroffenen Menschen und Familien. Sie leben meist nur von Bohnen, Mais und Mehl. Das Unfassbare und doch so Erfreuliche: Die Menschen schöpfen und haben Hoffnung. Sie sind überaus aufgeschlossen. Das motiviere die Arbeit in einem Gebiet, dessen unzureichende Infrastruktur kaum zu beschreiben sei. Wenn wir zu den hilfsbedürftigen Menschen kommen, werden wir als "Hoffnungsträger" erwartet und mit Dankbarkeit aufgenommen. Das gibt uns Kraft und Mut. Spendenaktionen, so wie diese bei Missio der Fall sei, helfen uns spürbar weiter.

Schwester Ellens ärztliche Beratung stützt sich vorrangig auf die AIDS-kranken Kinder. "Unsere eingeführten Tests kommen bei den Menschen, alt und jung, gut an." Ob es in Schulen oder gar unter den schattigen Bäumen der heißen Sonne ist, wir verspüren Zuspruch in unserer Arbeit, berichtete Schwester Ellen. Wichtig sei, dass der Kontakt mit den Menschen geschaffen werde und das sei oft gar nicht so einfach. In einem Kinderheim ist mindestens die Hälfte der Kinder mit HIV infiziert. Nicht selten komme es vor, dass eine Oma bis zu 17 Enkelkinder als Familie zu betreuen hat, weil ihre Töchter an AIDS gestorben sind. Eine 88-jährige Ordensschwester, die vor über 50 Jahren die Mission in Südafrika mit aufgebaute, kümmere sich vorrangig um Bettlerfrauen und werde liebevoll durch ihre Backkunst von bayerischen Brezen gerne "Brezenschwester" genannt.

"Unsere Arbeit sehen wir im Helfen von Menschen in Not, besonders Aidswaisen und aidskranker Kinder. Sie ist nur durch die Gottes Hilfe möglich, die uns allen Kraft gebe, das durchzustehen, wofür wir auch unseren Auftrag in der Mission sehen. Dazu bedarf es auch der Hilfe von Außen. Jeder Cent an Spende ist eine spürbare Unterstützung in unserer Arbeit", bekannte die engagierte Ärztin und Missionarin ganz nach dem Motto des Gründers der Mission in Südafrika, Paul Josef Nardini "Caritas Christi urget nos" - "Die Liebe Christi drängt uns".Schwester Ellen bekannte freimütig, dass sie sehr gerne wieder "daheim" bei ihrer Familie, Mutter, Schwester und Bruder und bei ihren Flossern sein darf. Sie wird auch die stille, heilige Nacht und das Weihnachtsfest im Kreise der Familie und in ihrer Geburts- und Heimatgemeinde verbringen.

Text und Bilder von Fred Lehner

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