Pater Leo Beck referiert über den Heiligen Franziskus

"Guten Tag, ihr guten Leute." So wie der Heilige Franziskus vor mehr als 800 Jahren die Menschen begrüßte, so begann der Flosser Heimatpriester, Pater Leo Beck, am Sonntag im Pfarrsaal beim Katholischen Männerverein seinen Vortrag über das "Leben und Wirken des Heiligen Franz von Assisi".

Heute sei der von ihm gegründete "Franziskaner-Orden" in allen Weltregionen ein Begriff. So werde im Jahre 2009 der seit 800 Jahren bestehende Orden des Heiligen Franziskus gefeiert. Es sei der letzte Orden gewesen, den der Papst anerkannte. Pater Leo erläuterte die Brüderschaften der Braunen Franziskaner, der Kapuziner und der Schwarzen Franziskaner - Minoriten -, dem er auch angehöre. Heute zähle der Orden 4.500 Brüder. In Deutschland sind es 57 Brüder, die in sechs Konvente aufgeteilt sind. Ihm sei die Aufgabe für die Betreuung der Konvente übertragen.

Der als Giovanni Bernadone im Jahre 1182 in Assisi als Sohn eines reichen Tuchhändlers geborene Heilige hatte nach weltlich-lebensfroher Jugend innere Wandlungen erlebt und sich 1206 einem Leben einsiedlerischer Armut zugewandt. Als Teilnehmer des Städtekrieges wurde er in Gefangenschaft genommen. Hier begann die Zeit zum Nachdenken. So tief war seine innere Wandlung, dass er Unerträgliches ertrug. Franz von Assisi wendet sich ab, will allein sein und entdeckt das Gebet am Kreuz aus San Damiano. Durch das Gebet öffnet sich seine Zuwendung zu Gott. Jesus spricht zu ihm, eine Kirche vor ihrem Einsturz zu bewahren. 1209 gründete er den Orden der Franziskaner. Seinen Gefährten gab er 1210 die sogenannte erste Regel, die auf Sätze des Evangeliums zurückgeht, auf.

Mit zwölf Brüdern reiste Franz von Assisi nach Rom zu Papst Innozens III. um den von ihm gegründete Orden anerkennen zu lassen. Doch das sollte vorerst nicht gelingen. Als der Papst aber sah, dass Franz von Assisi mit seiner Schulter eine einzustürzende Kirche bewahrt, fand der Orden auch die Zustimmung des Heiligen Vaters. Schon 1221 hatten sich die erste Brüder des neuen Franziskanerordens in Würzburg nieder gelassen.

Als missionarischer Prediger wirkte Franziskus auf seinen Reisen nach Frankreich und Spanien und nach Ägypten im Jahre 1219. Nach seiner Rückkehr trat er von der Ordensleitung zurück. Unter dem Orden gab es nicht immer Einigkeit. 1517 geht der Orden in Familien und Brüderschaften auseinander.

Bei der Begegnung mit einem Leprakranken, den er umarmt sieht Franz von Assisi Christus. Franziskus wird ein "innerer Mensch, der sein Leben dem Gebet widmet". Er legte alles ab, was nach Herrschen aussehen könnte, getreu dem Bibelwort: "Wir alle sind Brüder, nur einer ist Meister". Franziskus war ständig zur Buße bereit, erlebte 1224 auf dem Berg Alverno die Stigmatisation und erhält die Wundmale Jesu. Als Naturfreund sieht er die Schöpfung Gottes, schuf 1225/1226 den "Sonnengesang" und starb am 2. Oktober 1226. Schon 1228 erfolgte seine Heiligsprechung.

Dass die Kirche nicht ohne dem Gebet leben könne, wurde aus der überaus lebhaften Diskussion mit Pater Leo deutlich. Fragen, was heute der Heilige Franziskus von der einzustürzenden Kirche halten würde, wurden ebenso in den Raum gestellt, wie die heutige Gesellschaftsordnung. Pfarrer Norbert Große machte deutlich, dass ohne Gebet die Kirche nicht leben könne.

Ein Abend, der nachdenklich stimmte und deutlich machte, dass es viel Geduld und Ausdauer brauche, um der Kirche weiter ein festes Fundament zu geben. Pater Leo endete den Vortragsabend mit dem Gebet des Heiligen Franziskus vor dem Kreuz von San Damiano.

Text und Bilder von Fred Lehner

  • vortrag_beck

Simple Image Gallery Extended

Drucken E-Mail

Pfarrei St. Johannes Floß  -  Pfarrer-Jakob-Raß-Zentrum 2  -  92685 Floß  -  Email: info@pfarrei-floss.de