Vortrag des Kaplans Wolfgang Gebert beim Seniorenkreis

"Ich wünschte mir, dass meine Heimatpfarrei St. Johannes nicht noch einmal 40 Jahre auf einen Neupriester warten muss." Dieses offene Bekenntnis gab Heimatpriester, Kaplan Wolfgang Gebert, nach seinem ersten offiziellen Besuch der Pfarrgemeinde St. Johannes seit seiner Priesterweihe im Dom zu Eichstätt im April dieses Jahres ab.

Was den Katholischen Seniorenkreis am Mittwoch im überfüllten Pfarrheim St .Josef besonders freute: Der Flosser hielt seine Zusage, nach Antritt seiner ersten Kaplanstelle, die Senioren zu besuchen. Umso herzlicher der Willkommensgruß von Leiterin Rita Kreiner, die sich auch über die Anwesenheit von Pfarrer Norbert Große, Bürgermeister Günter Stich und Bürgermeister a. D. Fred Lehner freute.

Noch bevor Kaplan Gebert mit dem Diavortrag über Priesterweihe und Primizfeier begann, erzählte er über die ersten Tage und Wochen im neuen Wirkungskreis, der seit 1991 zusammengeführten Pfarrei Altenfurt, Fischbach und Moorenbrunn bei Nürnberg. In Fischbach bewohnt der Neupriester das 13 Zimmer große Pfarrhaus. Er habe die beste Pfarrhaushälterin der Welt, seine Mutter Resi.

Die über 5.000 Katholiken zählende Pfarrei, etwa die Hälfte der Einwohner, habe ihre Mutterpfarrei in Altenfurt. Dort wohnt auch sein Chef, der Pfarrer.

Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges war dieser mittelfränkische Gebietsbereich für die Katholiken eine Diaspora. Das habe sich aber durch Zuwanderungen, Flüchtlingsströme und Neuansiedlungen schlagartig gewandelt. Zufrieden sei der Kirchenbesuch. Seine acht Stunden Religionsunterricht in der Hauptschule Fischbach machen ihm große Sorgen. Die Hauptschüler sehen keine Zukunftsperspektive, haben keine Motivation, fühlen sich wie von der Gesellschaft ausgeschlossen. Es komme fast wöchentlich zu Auseinandersetzungen und Schlägereien unter den Schülern. "Ich nehme meine Aufgabe sehr ernst und versuche, helfend wirken zu können", so Kaplan Gebert. Er habe sich zum Ziel gesetzt, die Familien der Hauptschüler zu besuchen um sich vor Ort ein Bild über Elternhaus und Erziehung machen zu können. Das führe nach den ersten Anfängen auch weiter. Gegenüber Fischbach könne sich Floß noch glücklich schätzen, meinte der Oberpfälzer. Ein dickes Kompliment machten Kaplan Gebert und Mutter Resi den Einwohnern von Fischbach. Sie sind überaus freundlich, hilfsbereit und sehr zuvorkommend. Man kann sich richtig wohl fühlen.

Allein diese Erzählung fesselte die Zuhörer, zumal sie erfahren durften, wie es dem Heimatpriester in seiner neuen Wirkungsstätte ergeht. Angespannte Gesichter gab es bei dem Diavortrag von Wolfgang Gebert über seine Priesterweihe durch Bischof Gregor Maria und drei weiteren Kandidaten. Sie haben den Ruf Gottes durch die Antwort "Hier bin ich" erhört und gaben das wichtigste Versprechen "Ehrfurcht und Gehorsam" ab. Immer wieder faszinierten die herrlichen Bilder vom Dom zu Eichstätt, den Weihehandlungen und der ersten Eucharistiefeier mit Primizsegen. Für viele Besucher, die in Eichstätt nicht mit dabei sein konnten, ein schönes und unvergessenes Erlebnis, zumal es Kaplan Gebert verstand, die Bilder lebendig werden zu lassen.

"Ich durfte einen großartigen Empfang in meiner Heimatgemeinde Floß erleben und bin heute noch dafür überaus dankbar", freute sich der Neupriester. Primizfeier und Maiandacht waren auch für ihn bleibende Ereignisse. Dazu gehörte auch die Nachprimiz in der Hofkirche zu Neumarkt und die Abschlussandacht in der Wallfahrtskirche Freystadt.

Es konnte nicht ausbleiben, dass es nach diesem Vortrag einen kräftigen Applaus und ein Vergelt's Gott gab, das Leiterin Rita Kreiner mit einem Buchpräsent an Kaplan Gebert ausdrückte. Und dann gab es noch ein tiefes Bekenntnis des Neupriesters: "Ich bin und bleibe ein Flosser".

Nach dem Kaffeetrinken wurden die Geburtstagsjubilare seit der letzten Zusammenkunft mit Blumen beschenkt und singend von Bürgermeister Günter Stich und Bürgermeister a. D. Fred Lehner gratuliert.

Noch lange war der Nachmittag nicht zu Ende, zumal es ein kleines Ratespiel für Günter Stich und Fred Lehner gab. Doch beide bewiesen, dass sie bibelfest sind und auch über den jüdischen Ritus Bescheid wissen. Dafür gab es als Sonderpreis eine kostenlose Mitreise im Frühjahr 2008 zu Neupriester Wolfgang Gebert nach Fischbach. Das gemeinsam gesungene Lied "Ave sei uns gegrüßt" war ein schöner Abschluss eines kurzweiligen, interessanten Nachmittags, bei dem es viel Freude gab. Der katholische Seniorenkreis trifft sich in diesem Jahr letztmals am 11. Dezember um 14 Uhr bei der Nikolausfeier.

Text und Bilder von Fred Lehner

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