Nachruf Elisabeth Wirth

Sie hielt stets an der "musica sacra" fest und schöpfte aus Psalm 146.2 "Ich will den Herrn loben, solange ich lebe, meinem Gott singen und spielen, solange ich da bin" viel Lebenskraft. Die älteste Sängerin des katholischen Kirchenchores, sie war 76 Jahre dabei, die 87-jährige frühere Damenschneiderin Elisabeth Wirth, geborene Traub, Kettelerstraße 5, wurde am Montag im katholischen Friedhof zur letzten Ruhe gebettet.

Heimatpriester, Pater Leo Beck und Primiziant Wolfgang Gebert ließen es sich nicht nehmen, nach Floß zu kommen und der treuen Kirchenchorsängerin die letzte Ehre zu erweisen. Sie feierten als Konzelebranten mit Pfarrer Norbert Große Eucharistie.

Kirchenchor, mit Sängerinnen und Sängern aus dem Umkreis verstärkt, Streichorchester und Holger Popp aus Erbendorf (Orgel) gestalteten unter der Gesamtleitung von Christoph Fischer mit musikalischen und gesanglichen Glanzleistungen den Trauergottesdienst. Das Streichorchester spielte eingangs den Trauermarsch aus dem Oratorium "Saul" von Georg Friedrich Händel. Zur Aufführung kam die "Messa alla settecento" von Wolfram Menschick. Der Chor sang "Auf dich, o Herr, vertrauet meine Seele" von Bernd Klein, das "Dank sei dir, Herr" von Georg Friedrich Händel und das "Ave verum corpus" von Wolfgang Amadeus Mozart.

"Es tue weh, von einem lieben Menschen und einer aufrechten Christin Abschied zu nehmen", bekannte Pfarrer Große in seiner Traueransprache. Er schilderte den Lebensweg der Verstorbenen, die am 16. April 1920 in Karlsruhe das Licht der Welt erblickte, 1921 mit ihren Eltern nach Floß kam und schon mit neun Jahren beim katholischen Kirchenchor mitsang. Als Stammsängerin im Sopran hat sie bei unzähligen Aufführungen mitgewirkt und so ein lebenslanges, treues und unermüdliches Engagement gezeigt. Zuletzt war sie im Kirchenchor beim 40-jährigen Priesterjubiläum von Pater Leo Beck im Jahre 2006 mit dabei.

1951 heiratete Elisabeth Traub den Flosser Glasschleifer und Blasmusiker Hans Wirth, der 1986 verstarb. Aus der Ehe ging Sohn Willibald hervor. Freude, Mut und Kraft schöpfte sie im religiösen und kulturellen Leben. Sie gehörte dem Frauenbund und dem Seniorenkreis der katholischen Pfarrgemeinde an und hielt auch über 48 Jahre dem Liederkranz l862 Floß als aktive Sängerin die Treue.

Am offenen Grabe verabschiedete sich der Kirchenchor unter Leitung von Christoph Fischer mit dem Lied "Herr, weil mich festhält deine starke Hand" von C.H. Purday. Für die Chorgemeinschaft legte Christoph Fischer eine Blumenschale nieder und sagte dem großen Vorbild im Kirchenchor und treuen Sängerin ein herzliches Vergelt's Gott für den Dienst an der "musicra sacra". Reinhilde Dlugaiczyk beklagte den Tod eines treuen und beliebten Gründungsmitgliedes beim Katholischen Frauenbund, dem sie seit 1961 angehörte. Verabschiedet hatte sich auch der Liederkranz l861 durch Vorsitzenden Alfons Lehner mit einem ehrenden Nachruf. Elisabeth Wirth gehörte dem gemischten Chor seit 1955 an und war 48 Jahre aktiv mit dabei. Der Chor unter Leitung von Erwin Löw gab ihr mit dem Lied: "Der Weg zu Gott" die letzte Ehre.

Text und Bilder von Fred Lehner

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