Primizfeier des Neupriesters Wolfgang Gebert

Die katholische Pfarrgemeinde St. Johannes der Täufer stand am 1. Mai ganz im Zeichen der Primizfeier von Neupriester Wolfgang Gebert. Pfarrer Norbert Große bezeichnete diesen Tag als ein "Fest des Glaubens".

Vom Elternhaus am Nikolausberg bis zur Pfarrkirche schmückten Birken- und Fichtengrün, Fähnchen, Girlanden und Triumpfbögen die Straßen. Schon am frühen Morgen waren viele fleißige Hände des Frauenbundes dabei, ein Kunstwerk in der Form eines Blumenteppichs am Elternhaus mit der Inschrift "Priester auf ewig" zu verlegen. Blumenmuster vielfältigster Art waren bis zur Plößberger Straße verlegt. Die CAJ-Gruppe stand dem nicht nach. Sie gestaltete den Blumenteppich am Hauptportal der Pfarrkirche bis in die Kirchstraße. Um 6 Uhr eröffnete die Flosser Blaskapelle unter Leitung von Hans Sellmeyer durch ihren Weckruf den Festtag.

 

Vom Pfarrheim St. Josef bis zum Elternhaus bewegte sich unter Vorantritt der Blaskapelle ein langer mit Fahnen und Standarten begleiteter Festzug. Ein sichtlich freudig gestimmter Primiziant reihte sich zum Kirchgang, dem sich viele Gläubige, Gäste aus nah und fern, sowie Landrat Simon Wittmann anschlossen, ein.

Das hat es in der seit 1912 eingeweihten Pfarrkirche noch nicht gegeben: Das Gotteshaus war überfüllt. Selbst die an den Seitengängen aufgestellten Sitzgelegenheiten reichten nicht aus.

Festliche Musik und erhebender Gesang gestalteten den Primizgottesdienst. Die musikalische Gesamtleitung der Chorgemeinschaft aus den Kirchenchören St. Johannes, Floß und der Hofkirche Neumarkt und des von Willibald Wirth organisierten Orchesters lag in Händen von Konrektor Hans Fröhlich. An der Orgel spielten Christoph Fischer, Floß, und Rudolf Pscherer, Eichstätt. Zur Aufführung kam die Missa brevis in C, "Orgelsolo-Messe" von Wolfgang Amadeus Mozart, KV 259. Beim Einzug waren die Märsche Nr. 1 und 3 von Georg Friedrich Händel zu hören. Eine musikalische Glanzleistung, die auch dankbaren Beifall durch die Gläubigen erhielt.

Pfarrer Große begrüßte als Mitzelebranten Dekan Richard Distler, Neumarkt, Dekan Josef Most, Moosbach, Dekan Alfons Kaufmann, Flossenbürg, und Heimatpreister, Pater Leo Beck aus Rom, neben den vielen Konzelebranten, Priesterkandidaten, die den Altarraum umsäumten.

Als Primizprediger hatte Neupriester Wolfgang Gebert Kaplan Rainer Herteis, mit den er zusammen in Eichstätt studierte, ausgewählt. Der Kaplan hat seine Sehkraft verloren und versieht den priesterlichen Dienst mit größter Liebe und Sorgfalt. Das spürten die Gläubigen bei seiner Predigt.

Nach dem Anruf des heiligen Geistes hatte der Festprediger die Orientierung und den geistigen Lebensweg durch die im Jahre 1638 von Kurfürst Maximilian I. in München aufgestellte Mariensäule herausgestellt. Maria führe sicher auf diesen Lebensweg. Er freute sich, dass auf dem Messgewand des Neupriesters die fünf Stationen des lichtreichen Rosenkranzes zu sehen sind. Seinen Mitbruder Wolfgang bezeichnete er als "betenden und betrachtenden Menschen und als Freund der Psalmen". Der Rosenkranz gehöre zum täglichen Gebet. Nur ein betender Mensch könne Christus näher kommen. Nur eine Gottesmutter Maria kann Gnade schenken. Eucharistie sei Ziel allen Betens. Der Prediger bat den Primizianten, den Pilgerweg des Glaubens mit Maria zu gehen. Zur Freude der Gläubigen sang Kaplan Herteis den Primizspruch: "Von den Taten deiner Huld, Herr, will ich ewig singen, bis zum fernsten Geschlecht laut deine Treue verkünden" und fügte hinzu: "Lasst uns hinführen zu Jesus". Das alles könne mit Hilfe der Gottesmutter Maria geschehen.

Eindrucksvoll die Zeremonie vor der Gabenbereitung. Die CAJ-Gruppe brachte eine Pflanze, der Männerverein ein Werkzeug, die Firmlinge eine Fackel mit Windrad, der Seniorenkreis ein Lexikon, der Frauenbund ein Blumengebinde, Der Eine-Welt-Laden brachte Kaffee, der Pfarrgemeinderat Obst und die Erstkommunionkinder Brot und Wein.

Von einem unvergesslichen Tag sprach Neupriester Wolfgang Gebert vor der Spendung seines Primizsegens. "Ich bin stolz auf euch alle", bekannte der waschechte Flosser, der bei seinem Dankeswort die erste Strophe des Flosser Heimatliedes interpretierte. Der "schöinste Mak (Markt) der Welt" habe sich großartig gezeigt. Beeindruckt von der musikalischen und gesanglichen Gestaltung des Primizgottesdienstes und von der Festpredigt seines Mitbruders, Kaplan Rainer Herteis, spendete Wolfgang Gebert allen Gläubigen den Primizsegen. Der Festgottesdienst endete mit dem "Großer Gott wir loben dich", während beim Auszug die Märsche Nr. 4 und 7 von Georg Friedrich Händel erklangen.

Im Pfarrheim St. Josef reihten sich viele Gläubige aus nah und fern in die Schar der Gratulanten ein. Beim Primizmahl im Fred-Lehner-Saal der Mehrzweckhalle gab es für den Primizianten viele Hände herzlicher Glückwünsche zu schütteln. Dekan Richard Distler sagte Wolfgang Gebert als "angenehmen Praktikanten" im Namen der Hofpfarrei und der Stadt Neumarkt ein herzliches Vergelt's Gott für alle Mithilfe in vielen Gruppen und Vereinen. Wolfgang Gebert war "einer der Unseren", beglückwünschte der Dekan den Neupriester.

Die Theatergruppe vom Pfarrplatzl führte unter Regie von Anni Witzl zur Erheiterung mit Silvia Drechsler, Martha Plödt, Rita Rosner und Manuela Watzl einen heiteren Sketch "Aus dem Pfarrhaushalt" auf.

Die Maiandacht am Primiztag in der wieder überfüllten Pfarrkirche St. Johannes zu Ehren der Gottesmutter Maria, der Schutzfrau Bayerns, gestaltete eine Veeh-Harfengruppe unter Leitung von Cordula Strupf-Bierler. Neupriester Wolfgang Gebert spendete wieder den Einzelprimizsegen.

Text und Bilder von Fred Lehner

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