Vortrag von Pfarrer Stohldreier aus Schirmitz über das Buch "Salz der Erde" Benedikts XVI.

Autorenlesung und Diskussionsrunde beherrschten den Abend beim Vortrag von Pfarrer Thomas Stohldreier aus Schirmitz am Dienstag im Pfarrheim St. Josef über das Buch Ratzinger – Benedikt XVI. "Salz der Erde"

Der Papst als Bayer könne für viele Anstoß sein, auch über den Glauben selber und die Kirche, die er vertritt, nachzudenken, sie neu und auf jeden Fall besser und tiefer zu verstehen. Dies sei eine einmalige Chance, die in unserem Leben nie wieder kommen werde.

Bei seiner Begrüßung hatte Pfarrer Norbert Große den Besuch von Papst Benedikt XVI. am 12. September in Regensburg herausgestellt und festgehalten, dass der Medienrummel auf viel Äußeres eingehe, die Botschaft des Papstes aber viel zu kurz komme. Den Vortrag des Abends bezeichnete der Pfarrer als eine schöne und interessante Vorbereitung auf die Begegnung mit dem Papst in seiner bayerischen Heimat.

In seiner Einführung ging Pfarrer Stohldreier auf die Person Josef Ratzingers , wie er sich selbst als Kardinal, als Präfekt und Theologe sehe, ein. Die Antwort ist klar: Ein Kardinal ist ein Christenmensch, er ist Priester und Bischof. Er ist jemand, der in der Kirche Verantwortung trägt, dass das Evangelium verkündet und die Sakramente gefeiert werden. Auch ein Pfarrer, ein einfacher Landpfarrer, ist sehr tief gefordert, indem er die Menschen verstehen und ihnen in Krankheit, Leid, Freude, bei der Hochzeit wie bei den Begräbnissen, in Krisen und in Freuden beistehen muss. Er muss versuchen, mit ihnen zu glauben und das Schiff Kirche am Fahren zu halten.

Es gebe Forderungen, die auch einem Kardinal schwer fallen, denn er ist genauso schwach wie die anderen, und vielleicht bringt ihn seine Position mit den vielfältigen Verantwortungen sogar in größere Schwierigkeiten. Ein Kardinal geht auch zur Beichte und hat auch einen Beichtvater. Das sei für alle notwendig. Daraus, so Pfarrer Stohldreier spreche Ehrlichkeit und Demut.

Ob es sich lohnt, in das Schiff der Kirche noch einzusteigen ? Der Absturz der Kirche und des Christentums sind mit schuld an den seelischen Zusammenbrüchen, an den Orientierungsschwierigkeiten und Verwahrlosungen. Deshalb hält der Papst fest: "Wenn es das Schiff der Kirche noch nicht geben würde, müsste es erfunden werden." Das Wissen was Kirche eigentlich ist und sein soll, sei verloren gegangen. Dazu meint Josef Ratzinger, dass wieder eine "Neugierde" nach dem Christentum entstehen müsse, der Wunsch, wirklich zu erkennen, was da eigentlich ist. Eine Neugierde auf den Reichtum zu schaffen, der sich hier verbirgt, und diesen Reichtum nicht als Last von Systemen anzusehen, sondern als einen Lebensschatz, den kennen zu lernen sich lohnt. Neugierde müsse neu geweckt werden. Der Vortragende meinte dazu, dass die Antenne zu Gott neu ausgefahren werden müsse. Den Glauben zeigen und ihn auch authentisch zu vertreten sei das Gebot der Stunde.

Der Fragenkatalog in der sehr lebendigen und aufgeschlossenen Diskussion erstrecke sich über ein weites Feld. Was ist Glaube. Wie sieht der Glaube aus. Was bedeutet der Himmel. Kann Papst Benedikt seine frühere Einstellung als Kardinal in Bezug auf die Ökumene, Zölibat, Wiederverheiratung Geschiedener, Kirchenvolksbegehren heute noch aufrecht erhalten ? Wird die Kirche nicht zu fremdartig gehalten ? Was ist Kirche heute ? Dazu meinte Pfarrer Stohldreier, dass der Papst den Glauben herantragen will, ohne dass er sich in seiner Grundhaltung ändern brauche.

Was Ökumene bedeute sei wichtig, dass jeder versuchen müsse, über seinen eigenen Schatten zu springen und gläubig den eigentlichen Kern zu erfassen. Es ist schon viel getan, wenn keine weiteren Brüche eintreten und wir uns in großem Respekt, ja, in Liebe gegenseitig annehmen, als Christen anerkennen, und dass wir in wesentlichen Dingen versuchen, ein gemeinsames Zeugnis in der Welt abzulegen. Pfarrer Strohldreier meinte, dass in geschwisterlicher Eintracht gemeinsam der Glaube gezeigt werden müsse. Damit brauche keine Kirche etwas aufzugeben.

In seinem Schlusswort zitierte Pfarrer Strohldreier Papst Benedikt über seine Aussage zu den Kardinalstugenden, Glaube, Hoffnung und Liebe. Der Glaube sei die Wurzel durch die sich das Leben aufschließt, der Grundentscheid, Gott wahrzunehmen und anzunehmen. Glaube bedeute Hoffnung. Die Liebe kann ihren Aufenthalt finden und vom Glauben her Hoffnung begründen. Gott will, dass wir Liebende werden, dann sind wir nämlich seine Ebenbilder. Er möchte, dass es Geschöpfe gibt, die ihm ähnlich sind und die dadurch aus der Freiheit ihres eigenen Liebens heraus wie er werden und mit ihn zusammengehören und damit sozusagen das Leuchten seiner selbst ausbreiten.

Text und Bilder von Fred Lehner

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