Eiserne Hochzeit des Ehepaares Lindner

Die Sankt Nikolauskirche auf dem Kleinod des Marktes, dem Nikolausberg, hat in ihrer nahezu 300-jährigen Geschichte schon viele schöne, feierliche und unvergessliche kirchliche und weltliche Feste und Feiern erlebt. Was sich am vergangenen Samstag mit Dekan Alfons Kaufmann aus Flossenbürg im Nikolauskirchlein vollzog, war bisher einmalig. Die Eheleute Erika und Ludwig Lindner, seit 1961 haben sie in Freilassing/Oberbayern ihr festes zu Hause, feierten das seltene Fest der Eisernen Hochzeit.

Es war der ausdrückliche Wille des Jubelpaares, dieses Fest mit einem Dankgottesdienst in der Geburtsgemeinde von Erika Lindner, geborene Krapf, im engsten Familienkreis zu feiern.

Dekan Alfons Kaufmann aus Flossenbürg hatte bei seinem Segen die unerschütterliche Liebe und Treue des Jubelpaares herausgestellt. Das alles, trotz begleitender Höhen und Tiefen in den vergangenen 65 Jahren der Gemeinsamkeit.

Es sei der christliche Glaube, der von der Familie Lindner gelebt werde. Der engste Familienkreis sang in Begleitung von Christoph Fischer (Orgel): "Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost was kommen mag. Gott ist mit uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag" von Friedrich Bonhoeffer.

Ludwig Lindner, im Flosser Amt besser als "Lindner Luk" bekannt, trat 1933 in die Lehre des Verwaltungsdienstes beim Markt Floß ein, leistete 1938 Arbeitsdienst und wurde in den Zweiten Weltkrieg eingezogen. Am 22. Juli 1941 schloss er mit der waschechten Flosserin Erika Krapf den Bund fürs Leben. Drei Söhne, Gerd, Klaus und Hermann und Tochter Inge stammen aus der Ehegemeinschaft. Sohn Gerd lebt mit seiner Familie in Floß. Als Soldat war Lindner in Nordafrika und kam l945 zurück in seine Heimat, wo er wieder in den Verwaltungsdienst des Marktes eintrat. Nach bestandener Prüfung für den gehobenen Verwaltungsdienst war Lindner geschäftsleitender Beamter des Marktes bis 1954 und trat in den Staatsdienst über. Zuletzt beim Obersten Rechnungshof in München tätig, konnte Lindner sich seinen Traum und den der Familie, in der Nähe der Berge in Oberbayern seinen Verwaltungsberuf auszuüben, erfüllen. 1961 wurde Lindner geschäftsleitender Beamter in Freilassing und durfte als "Zugereister" im Jahre 1965 einen großen Vertrauensbeweis als berufsmäßiger 1. Bürgermeister der Stadt Freilassing erfahren. Über 15 Jahre übte Lindner dieses Amt mit viel Umsicht, Geschick und Aufbaufähigkeit der Stadt sein Amt aus. Im Kreistag des Berchtesgadener Landes tätig, war Lindner von 1978 bis 1993 stellvertretender Landrat. Seine herausragenden Verdienste um die Stadt Freilassing wurden neben vielen weiteren Auszeichnungen mit der Verleihung des Goldenen Ehrenrings gewürdigt.

Ludwig Lindner ist heute noch im Flosser Amt eine anerkannte, geschätzte Persönlichkeit und ein Sportidol der Extraklasse. Vor 60 Jahren hat Lindner den Sportverein 1946 mit ins Leben gerufen, war 1. Vorsitzender und ein exzellenter aktiver Spieler. Heute erzählt man noch in Sportlerkreisen von den "Lindner Brüdern Luk, Hermann und Lorenz", die den Flosser Fußball weit über die Region hinaus bekannt machten. Der Bezug unserer Tageszeitung zeigt einmal mehr, wie sehr Luk Lindner am täglichen Geschehen des Marktes interessiert ist. Sein Steckenpferd ist immer noch die Erforschung der Geschichte in seiner früheren Heimat.

Die Rolle der "First Lady" der Stadt Freilassing war Erika Lindner nie gelegen. Kaum hat sie ihren Mann zu Terminen, Feste, Feiern und Jubiläen begleitet, da nicht sie, sondern ihr Mann der Repräsentant der Stadt war, so ihre bescheidene Meinung. Mit sich zufrieden verbringt das Jubelpaar Erika und Ludwig Lindner in Freilassing einen wohlverdienten Lebensabend.

In den Gratulantenkreis in der St. Nikolauskirche reihte sich Bürgermeister a.D. Fred Lehner, der sich seinem früheren Verwaltungschef bis 1954 beim Markt Floß heute noch zu Dank verpflichtet fühlt, ein. Die Freude über diese Überraschung war dem Jubelpaar ins Gesicht geschrieben.

Auch wir wünschen den eifrigen Lesern und früheren Berichterstatter unserer Heimatzeitung einen geruhsamen und wohlverdienten gemeinsamen Lebensabend.

Text und Bilder von Fred Lehner

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