Menschen zum Glauben führen - Pater Leo feiert sein 40-jähriges Priesterjubiläum

Als führender Franziskaner-Minorit ist Pater Leo Beck in aller Welt unterwegs, doch mit der Heimat ist er immer noch fest verbunden. Daher feiert er am Sonntag sein 40-jähriges Priesterjubiläum auch mit seinen Flossern.

Heute reist der 68-Jährige, der seit zehn Jahren in der Generalkurie auf der Piazza Dodici Apostoli im Herzen Roms wirkt, zusammen mit zwei Freunden in die Oberpfalz. Die beiden Patres quartieren sich im Kloster St. Felix ein, Pater Leo wohnt wie immer bei seinem schwer kranken Bruder und bei seiner Schwester in Floß.

Der Ordensmann kommt regelmäßig in den Markt, verbringt hier aber nie einen Erholungsurlaub. "Er ist immer auch pastoral unterwegs", anerkannte Bürgermeister Günter Stich in einer Feierstunde am 6. April im Rathaus, wo er dem Ordensmann die Bürgermedaille der Gemeinde verlieh. Der Pater unterstützt Pfarrer Norbert Große, besucht Familien und Vereine, freut sich mit ihnen über glückliche Umstände und spendet Trost bei Trauerfällen oder Krankheit.

Zusammen mit vier Geschwistern wuchs Leo Beck in einer Flosser Arbeiterfamilie auf. Als Pater Friedbert Dobmann vom Kloster St. Felix zur Aushilfe in der Pfarrei St. Johannes weilte, wurde er auf den kleinen Ministranten Leo aufmerksam und holte den Zwölfjährigen nach St. Valentin Würzburg. Nach neun Jahren Gymnasium, Noviziat in Schwarzenberg und Schönau legte der Oberpfälzer 1960 in Würzburg die zeitliche Profess ab. Es folgten Philosophie- und Theologiestudium und 1966 die Priesterweihe.

Pater Johannes Prediger

Nach Kaplanstellen in Kaiserlautern und Schwarzenberg/Scheinfeld war Pater Leo von 1970 bis 1977 Stadtpfarrer in Scheinfeld. Schon damals fielen im Orden seine Fähikgeiten im Umgang mit den Menschen, vor allem auch der Jugend, auf. So wurde der Oberpfälzer 1977 nach Würzburg geholt und zum Junioratsleiter berufen. Bis 1989 begleitete und formte der Geistliche die angehenden Priester während des Studiums. Zu seinen Schützlingen gehörten auch der spätere St.-Felix-Guardian Pater Johannes Bauer, der am Sonntag die Festpredigt halten wird, und Pater Konrad, der ebenfalls mehrere Jahre in Neustadt tätig war.

Zugleich hatte der Oberpfälzer 1986 in der Zentrale in Würzburg das Vertrauen als Guardian erhalten. Gleich im ersten Jahr seiner Amtszeit wurde die Würzburger Minoritenkirche bei einem Brandanschlag schwer beschädigt. Pater Leo nutzte die Gelegenheit und ließ das Gotteshaus, das wegen seiner Schlichtheit zu den schönsten in der Domstadt zählt und eine Piet von Riemenschneider beherbergt, wieder im ursprünglichen gotischen Stil aufbauen. Einen weiteren Millionenbetrag verschlang die Sanierung des Klosters.

Vorsehung Gottes

Beim Generalkapitel 1995 in Assisi wählten die Mitbrüder Pater Leo zum Generalassistenten. Daraufhin musste er von Würzburg nach Rom umsiedeln. Noch bis 2007 ist der Flosser für alle Niederlassungen in Zentraleuropa mit rund 270 Patres und Brüder und damit auch für St. Felix in Neustadt zuständig. Der Assistent des Generalministers sieht sich als Brücke zwischen den Provinzen und der Ordensleitung in der Ewigen Stadt. Die Franziskaner-Minoriten zählen 4600 Mitglieder. "Wir sind einer der wenigen Orden, die weltweit nicht abnehmen", stellt Pater Leo stolz fest. Neueste Niederlassungen werden Vietnam, Kasachstan und Ceylon.

Vier Jahrzehnte Priester: Rückblickend sagt der Mönch, dass er im Laufe der Zeit immer mehr kennen gelernt hat, was Vorsehung Gottes ist. "Das Wichtigste ist, dass wir seine Mitarbeiter auf Erden sind, dass wir Menschen zum Glauben führen dürfen".

Quelle: derneuetag.de (Netzcode: 10894161)

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