Referat von Alfons Ernstberger beim Kath. Männerverein

"Die Kirche kann auf zwei Dinge niemals verzichten: Ihren Glauben kund zu tun und ihre Soziallehre zu verkünden. Die Evangelisierung der Welt ist nicht zu trennen von ihrer Humanisierung."

Kirche und Politik. "Wie politisch darf/muss die Kirche sein?" Mit diesem Thema setzte sich Alfons Ernstberger aus Weiden in der Monatsversammlung des Katholischen Männervereins am Sonntag im Pfarrheim auseinander.

Vorsitzender Helmut Weig gab einen Zwischenbericht über den Stand der Sanierungsarbeiten bei der Neugestaltung der Friedhofanlage. Präses, Pfarrer Norbert Große nahm den bisherigen Bauverlauf mit Befriedigung zur Kenntnis. Weig war zuversichtlich, dass die Arbeiten bis zum festgesetzten Zeitpunkt im Juni fertig gestellt werden können.

Vielfach werde die Meinung vertreten, die Kirche solle sich nicht in Angelegenheiten einmischen, die sie nichts angingen. Sie solle sich vielmehr auf ihre pastoralen Aufgaben, das Evangelium zu verkünden, die Sakramente spenden, Gottesdienste feiern und sich um die individuellen Nöte der Menschen und Familien kümmern, denn die Kirche verwahre sich auch energisch gegen Einmischungen seitens der Politik und der Gewerkschaften in kirchlichen Angelegenheiten.

Doch Kirche ist in ihrem Wesen missionarisch, so der Referent. Sie dürfe nicht allein unter sich bleiben. Papst Johannes Paul II. sagte: "Die Kirche muss den Weg des Menschen gehen. Der Mensch ist der erste Weg der Kirche." Das Evangelium bietet keine Rechtssätze oder Weisungen, wie etwas zu tun ist, sondern Grundsätze und Leitgedanken für eine menschenwürdige Gesellschaftsordnung. Es gehe also um die Verantwortung des Glaubens in den politischen Strukturen unserer Gesellschaft. Hier könne die Kirche als gesellschaftspolitische Institution angesehen werden. Alfons Ernstberger hielt fest, dass für uns als Christen das Menschenbild gelte, das uns Jesus gegeben habe deshalb. Deshalb sei es unsere Aufgabe als Christen in unserer Gesellschaft, die unverletzliche Würde des Menschen als Ebenbild Gottes zu verteidigen und zu fördern. Wenn wir uns also für Menschenrechte, für Entwicklung und soziale Gerechtigkeit einsetzen, dann tun wir dies im religiösen Sendeauftrag des Evangeliums und nicht auf Grund eines politischen Anspruches, so der Referent.

Das mit Begeisterung aufgenommene Referat zeigte einmal mehr, wie wichtig gerade in der heutigen Zeit solche Fragen zur Diskussion gestellt werden. Der Männerverein hatte gut daran getan, sich mit einem solch aktuellen Thema zu beschäftigen.

Text von Fred Lehner

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