Theateraufführung "Zum Pfarrplatzl" im Pfarrheim

Sie hatte das Heft immer fest in der Hand, wusste worum es ging, hatte mit ihren Erfahrungsschatz die Jungverliebten getröstet und erreichte das, was sie wollte: Ihren Erzfeind in die Arme zu schließen. Silvia Drechsler alias Wally, beherrschte mit ihrer Schauspielkunst das Lustspiel von Ulla Kling: "Die Würzelbrunner Würstl-Wally".

Um es gleich vorweg zu nehmen: Die Theatergruppe "Zum Pfarrplatzl" bot unter der glänzenden Regie von Anni Witzl einen unterhaltsamen und kurzweiligen Abend mit sehr ansprechenden Leistungen. Nicht nur die Stammspieler füllten ihre Rollen prächtig und mit spürbarem Können aus, auch Manuela Watzl und Siegfried Schell als Neulinge auf der Bühne verliebten sich geradezu in ihren Rollen.

Als es "Vorhang auf" hieß, waren die Theaterbesucher geradezu entzückt von einem gewohnten Ortsbild, das Lothar Wirth mit künstlerischer Hand auf die Bühne zauberte. Das Wahrzeichen des Marktes, der Marktbrunnen mit dem roten Adler, das Fratzengesicht, das Hotel "Goldener Löwe", das Kirchentor zur evangelischen Pfarrkirche und die Brunnenapotheke waren mit den skizzierten Häuserfassaden der Weidener Straße der Blickfang während des ganzes Spieles.

Ein wenig nachhelfen musste Souffleuse Kathrin Brunner bei verschiedenen Einzelauftritten, doch auch das gehört zum Laienspiel. Perfekte Arbeit wurde auch hinter den Kulissen durch Beppo Plödt geleistet. Geradezu mit Leidenschaft dabei, jedes Wort und jeder Auftritt nachvollziehend, so hatte sich Regisseurin Anni Witzl während der gut 90 Minuten der Lustspiel unter den Besuchern aufgehalten. Der oberpfälzische, eher flosserische Dialekt hatte ebenso Einzug gehalten, wie das Hochdeutsch der Gäste aus Preußen mit den falsch ausgesprochenen Ortsnamen "Floos" der jedes Mal kalt über den Rücken der Flosser Besucher lief.

In dem Stück kommt es für Simmerl (Hans Braun), Wirt eines stattlichen Gasthofes knüppeldick. Wally (Silvia Drechsler), Besitzerin des Würstlstandes, verkauft vor seiner Nase die Würste des Metzgers Ambros Wimpflinger (Martin Lebegern) und schnappt ihm so immer wieder Gäste weg. Noch dazu ist er dem Wimpflinger nicht sehr freundlich gesonnen, da ihm dieser in jungen Jahren sein Mädchen ausgespannt hat. Verständlich, dass er gegen eine Verbindung seiner Tochter Resi (Susi Gradl) und dem Metzgersohn Gustl (Manuel Schulz) ist.

Wally hätte nicht das Herz auf dem rechten Fleck, wenn sie dem jungen Paar nicht nach Kräften helfen würde. Doch ihre Hilfe und ihr Schutz gelten gleichermaßen dem Metzgerlehrling Wastl (Christoph Plödt). Bis zur Weißglut treibt es Wimpflinger, weil Wastl aufgeplatzte Würste und einen versalzenen Leberkäs produzierte.

Die Auftritte der Rübenklaus (Reinhold Göring, Martha Plödt und Tochter Emma), typische preußische Sommergäste, waren allein schon dem Besuch des Lustspiels wert. Sie sorgten für noch mehr Unruhe. Berta Rübenklau ist am Rande eines Nervenzusammenbruchs, als sie erfahren muss, dass Tochter Emma in Metzgerlehrling Wastl verliebt ist und diesen sogar heiraten will.

Wieder glättet Wally mit viel Diplomatie die Wogen. Sie versteht es sogar, ihren hartnäckigen Verehrer Urbinius Treubein (Siegfried Schell) nach einem Besuch in der Disco wieder los zu werden. Zur rechten Zeit bekriegen sich Wally und Simmerl nach Herzenslust, doch eine Gallenkolik erweicht die angeblich verhärteten Fronten. Wie konnte es anders sein: Ende gut, alles gut.

Die Laienspieler präsentierten ein fernsehreifes, amüsantes Lustspiel das zu besuchen wert ist. Die nächsten Aufführungen finden am Samstag, 19. und Sonntag, 20 November, jeweils um 20 Uhr im Pfarrheim St. Josef statt. Karten sind in der Sparkasse Floß und an der Abendkasse erhältlich.

Text und Bilder von Fred Lehner

  • zumpfarrplatzl01
  • zumpfarrplatzl02
  • zumpfarrplatzl03
  • zumpfarrplatzl04
  • zumpfarrplatzl05
  • zumpfarrplatzl06
  • zumpfarrplatzl07

Simple Image Gallery Extended

Drucken E-Mail

Pfarrei St. Johannes Floß  -  Pfarrer-Jakob-Raß-Zentrum 2  -  92685 Floß  -  Email: info@pfarrei-floss.de