Aktion "Eine-Welt-Laden"

„Komm, wir teilen das Essen, mein Bruder. Komm, wir teilen, was wächst auf der Welt." Oder soll alles so bleiben wie es ist? Diese Frage warfen Gertrud Schrott aus Weiden mit Anita Feiler aus Floß als engagierte Vertreterinnen der Organisation des „Eine-Welt-Laden" im Pfarrgottesdienst am Sonntag in der St. Johannes – Kirche auf.

 

Was hinter der provozierenden Aussage auf einem Plakat mit der Aufschrift „Eure Almosen könnt ihr behalten, wenn ihr uns gerechte Preise zahlt" das für den Fairen Handel Interessen wecken will, steckt, wurde in dem Vortrag von Gertrud Schrott deutlich. Die Kluft zwischen den armen Produzenten der Kaffeebauern in den Entwicklungsländern, die wir landläufig als Dritte Welt bezeichnen, und den reichen Konzernen klafft immer weiter auseinander. In den 90iger Jahren ging ein Viertel des Wertes von Kaffee an die Produzentenländer. Bei den Industriestaaten verblieben für Weiterverarbeitung, Zölle, Steuern, Verkaufserlöse etwas Drei Viertel des Wertes. Das Missverhältnis war 2002 noch schlimmer An die Produzentenländer ging nur ein Teil und an die Industriestaaten 14 Teile des Wertes. Es sei deshalb ein unfairer Handel auf dem Weltmarkt. Durch die Abnahmegarantie des Frauenbundes der Diözese Regensburg kann ein Teil des Rohkaffees an den Fairen Handel liefern, die dadurch ihren Vorteil haben. Was beim Fairen Handel läuft, wie es zur Gründung kam, welche Vorteile er für den Kleinbauern und Produzenten bringt, erläuterte Gertrud Schrott in ihrem Vortrag. Leider können auf Grund begrenzter Nachfrage fair gehandelte Produkte in Deutschland und in Europa nicht mehr Produkte abgenommen werden. Nicht unsere europäischen Vorstellungen sollen den Kaffeebauern aufgedrängt werden, sondern man will zusammen mit ihnen auch deren Wissen, Kenntnisse und Fertigkeiten nützen. Es ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen. Es soll ein wenig gerechter auf der Welt zugehen. Deshalb engagieren sich viele freiwillige Helferinnen und Helfer und führen demnächst eine Unterschriftsaktion zum Thema „ Gerechtigkeit jetzt „ mit dem Ziel durch, Politiker zu veranlassen, die WTO-Verhandlungen nicht länger auf die lange Bank zu schieben.

„Hilfe zur Selbsthilfe sei die wirkungsvollste Hilfe" hatte Anita Feiler bei der Vorstellung der Aktion in der Fastenzeit, den Menschen in der Dritten Welt ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen zum Ausdruck gebracht. So könne der derzeitige Bedarf an Kaffee, Tee, Kakao, Gewürze, Zucker und Geschenkartikel im Eine-Welt-Laden gedeckt werden.

Am Sonntag, 7. März wird die Aktion im Gottesdienst in der St. Johannes-Baptista-Kirche fortgesetzt.

Text und Bild(er) von Fred Lehner

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