Ökumenischer Gottesdienst

Das Fest- und Jubiläumsjahr "500 Jahre St. Johannes-Baptista-Kirche" der evangelischen Kirchengemeinde hat mit dem ökumenischen Wortgottesdienst am Sonntag in der Jubiläumskirche einen bisherigen Höhepunkt erreicht. Evangelische und katholischen Christen feierten mit Pfarrer Klaus Stolz und Pfarrer Norbert Große.

Zeichen des Miteinanders

Die Kirchenglocken hatten zum Gottesdienst eingeladen. Diesen Ruf folgten viele hundert Christen beider Konfessionen. Freude beim Einzug der Geistlichen und Lektoren in die Kirche. In seinem Eingangswort hatte Pfarrer Stolz herausgestellt, dass sich die Verantwortlichen beider Kirchengemeinden und die Kommune bei den Vorbereitungen ergänzt haben. Die Gläubigen sangen unter Begleitung von Orgel und Posaunenchor "Lobe den Herren". Nach dem Sündenbekenntnis glänzte der Kirchenchor unter Kantor Andras Kunz mit dem "Herrgott dich loben wir". Das Kollektengebet sprach Pfarrer Stolz und die erste Lesung trug Lektor Dr. Heinrich Schroeter vor. "Wir merken, es gibt Unterschiede, aber trotzdem gehören wir zusammen".

"Der Mensch sieht, was vor Augen ist, der Herr aber sieht das Herz". Unter diesen Satz der christlichen Kirchen für die Jahreslosung 2003 stellte Pfarrer Norbert Große auf der Kanzel der Jubiläumskirche seine Predigt. Die Botschaft: "Der Herr sieht das Herz", sei tröstend und ermutigend. Auf die Ökumene eingehend erschien dem Geistlichen sehr wichtig, dass die Christen aller Konfessionen sich bemühen sollten, für das Wirken des Geistes Gottes empfänglich zu sein. Wirkliche Fortschritte in der Ökumene lassen sich nur erreichen, wenn wir uns vom Geist Gottes und nicht von Eigeninteressen leiten lassen. Ein Mehr an Zeit für das Wort Gottes und mehr Anbetung wäre nach Ansicht von Pfarrer Große für die katholische und evangelische Kirche in Deutschland heilsam. Das käme auch den ökumenischen Anliegen zu Gute. An die Mitchristen gerichtet, sagte Große: "Jesus Christus hat im Abendmahlssaal für die Einheit seiner Jünger gebetet. Wir sind aufgerufen, uns diesem Gebet Jesu anzuschließen".

Die Gemeinde stimmte in das Lied: "Komm, Heilger Geist" mit Orgel- und Posaunenbegleitung ein. Gemeindereferentin Maria Rehaber-Graf sprach die Lesung des Sonntagsevangeliums. "Kirche ist der Weinberg Gottes. Man braucht viele Arbeiter, sonst ist die Arbeit nicht zu bewältigen", hielt Pfarrer Klaus Stolz in seiner Predigt fest. Immer dann, wenn sich der Mensch zu weit von Jesus Christus und seiner Botschaft entfernt, wurde ein dunkles Kapitel der Kirchengeschichte geschrieben. Immer dann, wenn sich wieder mehr auf Christus und seine gute Botschaft konzentrieren, hat der Weinberg Gottes gute Früchte hervorgebracht. Auch heute bringt eine von oben verordnete Ökumene keine wirkliche Annäherung. Nur dort, wo Menschen von sich aus bereit sind, über den Zaun zu schauen, ein Loch in die Mauer zu machen und anfangen, ein Stück Weinberg miteinander zu bestellen, wird Ökumene wachsen und gute Früchte bringen. So wie das Sakrament des Wortes gefeiert werde, wünschte sich Pfarrer Stolz, sollten wir als Christen auch das Sakrament des Altares miteinander feiern dürfen. Dazu müssen hoffentlich nicht noch einmal 500 Jahre vergehen. Der Kirchenchor sang: "Preis und Anbetung sei unserem Gott". Gemeinsam sprachen Geistliche und Lektoren Fürbittgebete, bei denen das Gemeinsame und das Miteinander erfleht wurde. Nach dem Schlussgebet von Prarrer Große erteilten beide Geistliche den Segen. Die Gemeinde freute sich über diesen Höhepunkt im Jubiläumsjahr mit dem "Großer Gott wir loben dich". Die Einnahmen aus der Kollekte werden geschwisterlich für die Hilfsaktion "Misereor" und "Brot für die Welt" geteilt.

Text und Bild(er) von Fred Lehner

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